John Singer Sargent, The Daughters of Edward Darley Boit, John Singer Sargent, 1882. Foto: Wikipedia Nicola Kuhn kann es im Tagesspiegel kaum fassen, dass es 150 Jahre gedauert hat, bis der amerikanische Maler John Singer Sargent, der als Porträtist der Reichen und Schönen in Paris startete, wieder in Frankreich ausgestellt wurde. Das Musée d'Orsay geht das Wagnis ein und Kuhn ist hingerissen: "Auch wenn die opulenten Bildnisse schon damals aus der Zeit gefallen wirkten, weil sie in der Tradition der Porträtkunst eines Tizian oder van Dyck standen, üben sie noch heute eine große Anziehungskraft aus. 'Die Töchter von Edward Darley Boit' (1882) etwa, vier Mädchen zwischen vier und 14 Jahren im großen Flur der elterlichen Wohnung mit pompösen Vasen, spielen auf Velázquez' 'Las Meninas' an. Wie sie verloren im Raum mit ihren weißen Schürzen stehen und den Betrachter aus großen Augen anschauen, möchte man sofort ihr weiteres Schicksal ergründen."
Nicht allzu lange hält das Vergnügen, das Bernhard Schulz (Monopol) beim Wiedererkennen von Schauspielern wie Robert Redford oder Clint Eastwood in den schrillen Gemälden und Collagen des amerikanischen Künstlers Richard Hawkinserlebt. Erkennt er in der Ausstellung "Potentialities" in der Kunsthalle Wien doch, dass "dass da zwar Gesichter und Köpfe zu sehen sind - aber sehr oft eben nur diese. Die Körper fehlen, oder sie gehen in den Farbwirbeln unter. In seinen Videos, teils mithilfe von K.I. geschaffen, wird Hawkins deutlicher: Da baumeln dann bluttriefende Häupter vor der (vermeintlichen) Kamera und verdrehen die Augen. (…) Hawkins, so formuliert es die Kunsthalle in einem Ausstellungstext, habe 'eine einzigartige Praxis entwickelt, die auf der Lust am Betrachten und der Dynamik von Begehren basiert'. Die Freude am Schauen teilt sich dem Besucher unmittelbar mit, die Dynamik des Begehrens erschließt sich erst in zweiter Linie."
Hubert Spiegel stutzt in der FAZ: Die Bundeskunsthalle Bonn verfügt über einen Ausstellungsetat von 6 Millionen Euro (zum Vergleich: beim Kunstmuseum Bonn sind es 300.000 Euro) - und dennoch sagt sie die für Juni geplante Ausstellung "Social Fabric. 55 Jahre Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Bonn" aus "Kostengründen" ab.
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Daniel Spoerri. Ich liebe Widersprüche" in den Deichtorhallen Hamburg (taz) und die Jacques-Louis David-Ausstellung im Louvre, die dem FAZ-Kritiker Stefan Trinks nicht nur Werke des Malers zeigte, der unter drei verschiedenen Regimen malte, sondern die vor allem damit punktet, dass sie drei Versionen des Gemäldes "Tod des Marat" zusammengetragen hat.
140 Jahre nach der Kongokonferenz, bei der die europäischen Großmächte, die USA und das damalige Osmanische Reich die Aufteilung des afrikanischen Kontinents beschlossen, schaut die Ausstellung "Desacta" in der Berliner Savvy Contemporary nicht nur auf die politischen und wirtschaftlichen Folgen der kolonialen Ausbeutung, sondern nimmt auch in den Blick, wie Objekte und Territorien entweiht wurden, hält Tom Mustroph in der taz fest: "Der kongolesische Künstler Sammy Baloji nahm gepresste und getrocknete Pflanzen, die der erste einheimische Botaniker Paul Panda Farnana in Kongo sammelte, zum Anlass, eigene Pflanzen aus Kupfer zu kreieren. Sie ähneln den originalen Pflanzen. Das Material Kupfer verweist auf die zahlreichen Bergbauaktivitäten in der Gegend. Weil Kupfer leicht korrodiert und dann eine grünliche Färbung annimmt, scheint diesen metallischen Pflanzen sogar ein Leben innezuwohnen. Im Dokumentarfilm 'Pungulume' zeigt Baloji auf, wie der Bergbau den Lebensraum der dort lebenden Gemeinschaften seit mehreren Generationen beeinträchtigt."
Childish and confrontational … Tala Madani's DWASM (Teddy). Photograph: Fredrik Nilsen Studio/Tala Madani; courtesy the artist and Pilar Corrias, London Die amerikanisch-iranische Künstlerin Tala Madani zerlegt in ihrer Serie "Shit Mom" seit Jahren das Ideal der perfekten Mutter, nun ist sie eine der ersten Künstlerinnen, die KI als Werkzeug und als Thema in ihren Werken einsetzt, staunt Eddy Frankel (Guardian) beim Besuch der Ausstellung "Daughter BWASM" in der Londoner Galerie Pilar Corrias: "Es sind einzigartige Gemälde: hochpräzise Siebdrucke von KI-generierten Robotern, übermalt mit losen, braunen Flecken. Sie wirken glitzernd und glänzend zugleich, aber auch matt und abstoßend. Auf einem scheinen zwei ordentliche, pink-orangefarbene Roboter mit großen, klebrigen, braunen Beulen schwanger zu sein. Auf einem anderen kniet die 'Scheißmutter' vor ihrem riesigen Roboterkind und versucht verzweifelt, es zu reinigen, wobei sie es nur mit Kot beschmiert."
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "The Scharf Collection" in der Alten Nationalgalerie in Berlin (FAZ, mehr hier), "And so on to infinity - hundert Jahre Griffelkunst" in der Hamburger Kunsthalle sowie "Flirt und Fantasie. Griffelkunst von Max Klinger bis Peter Doig" in der Kunsthalle Bremen, die dem Verein Griffelkunst zum hundertjährigen Jubiläum huldigen (taz).
Hampstead Heath With a Rainbow, 1836, by Constable. Photograph: Tate Einer der bekanntesten Rivalitäten der Kunstgeschichte widmet sich derzeit die Londoner Tate Britain, die William Turner und John Constable einander gegenüberstellt. Bei aller Bewunderung für Turner muss Adrian Searle im Guardiangestehen: Constable berührt ihn mehr, wirken seine Bilder doch fesselnder, allein, wenn er Wolken malt, "die scheinbar losgelöst von jedem Objekt sind": "Dieses Gefühl war bereits in Constables Wolkenstudien aus den frühen 1820er Jahren spürbar. Kreiselnde Vögel, sich wölbende und senkende Wolken, geschichtete Bänke aus grünlichen, gräulichen und bläulichen Wolken, von der untergehenden Sonne aufleuchtende und unterschwellige Wolken, regenschwere und fast auflösende Wolken, Wolken mit leuchtenden Rändern und Wolken, die auf wenige, undeutliche Striche reduziert sind und sich in Abstufungen von helleren und dunkleren Nuancen verdichten. … Sie wirken ebenso sehr im Hier und Jetzt verankert wie sie einen bestimmten Tag vor fast 200 Jahren festhalten."
Giulio Romano (um 1499-1546), Tigerin im Sprung, um 1530, Feder in Braun mit Lavierung, 190 x 308 mm. Foto: André Mischke. Völlig hingerissen ist Stefan Trinks in der FAZ von der Ausstellung "Linie und Idee" im Martin von Wagner Museum der Würzburger Residenz. Er kann hier eine "staunenswerte Vielfalt der mit atemberaubend sicherem Qualitätsblick" vom Maler und Kunstsammler Martin von Wagner zusammengetragenen Zeichnungen aus Barock und Renaissance entdecken. Aus der immensen Sammlung, die von Wagner dem Museum 1857 vermachte, wurden nun 77 besonders "schräge" oder künstlerisch herausragende ausgestellt: "Giulio Romano fängt wie in einem fotografischen Schnappschuss eine 'Tigerin im Sprung' in einer lavierten Federzeichnung ein, die nicht nur vor gespannter Energie fast birst, vielmehr auch die Geschwindigkeit der Raubkatze anzeigt, indem ihre Zitzen vom Flugwind an die Seite des Körpers gedrückt werden. Am abgründigsten aber bleibt die 'Mumifizierte Katze' eines anonymen Florentiner Künstlers der Zeit, der die feline Mumie wohl der ägyptischen Katzengöttin Bastet ebenso wie Da Carpi seine Bronzerosse mit Leben füllt, indem er die Wiedergängerin vom Friedhof der Kuscheltiere ihr Köpfchen zur Rechten neigen lässt, als fixierte sie Beute."
Besprochen werden die Ausstellung "Verborgene Moderne. Faszination des Okkulten um 1900" im Leopold-Museum in Wien (NZZ), die Ausstellung "Carl Schuch und Frankreich" im Frankfurter Städel (SZ) und die Ausstellung "Emilio Vedova - Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen" im Kunsthaus Dahlem (Tsp).
Stefan Trinks, für die FAZ auf der Art Week Tokyo, staunt, wie die japanische Kunstwelt es schafft, Natur und Kultur zukunftsweisend miteinander zu verbinden: "Kenji Yanobes 'Atom Suit Project: Nursery School 1, Chernobyl' von 1997 spricht Bände. Im abermals grellgelben Tiefseetaucheranzug sitzt der Künstler lange elf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in einem in panischer Hast verlassenen Kindergarten der benachbarten Stadt vor einer zerrupften Spielpuppe und macht damit zweierlei deutlich: Die Natur in Form von Schimmel an den Wänden und durch die Scheiben eindringender Gewächse braucht den Menschen nicht und wird ihn mühelos überleben. (…) Wenn dann noch die junge Künstlerin Tsuyoshi Ozawa wie Arcimboldo in der Renaissance eine 'Vegetable Weapon' aus Lauch und Salat bastelt, um die futuristische Gemüsewumme auf ein unsichtbares Ziel zu richten, verstärkt das den Eindruck dieses Grundzugs aktueller japanischen Kunst nur noch weiter: Natur plus Künstlichkeit ist gleich - Zukunft."
Weiteres: Jens Hinrichsen berichtet für Monopol vom Videokunst-Festival Loop in Barcelona, das dazu auffordert, ganz genau hinzusehen. Philipp Meier interviewt für die NZZ den Schweizer Künstler Luciano Castelli, der einst zu den Berliner Neuen Wilden gehörte.
Besprochen werden: Die Arbeiten von Kara Walker, die unter dem Titel "Dispatches from A- and the Museum of Half-remembered Histories" in der Galerie Sprüth Magers ausgestellt werden (Tagesspiegel) und die Yayoi Kusama-Retrospektive in der Fondation Beyeler in Basel (Welt).
Der Künstler Thomas Scheibitz hat keine Scheu sich mit Picasso oder seinen Lehrern wie A. R. Penck ausstellen zu lassen, erinnert Peter Richter in der SZ. Nun setzt er seine Werke in der Münchner Pinakothek der Moderne neben die des konstruktivistischen Dresdner Malers und Bildhauers Hermann Glöckner, und Richter staunt über ein Hommage an einen Künstler, der sich von keiner deutschen Diktatur vereinnahmen ließ: "Glöckner malte zur Nazi-Zeit lieber gegen kümmerlichen Lohn Firmennamen an Firmenmauern als soldatische Heroen und deutsche Mütter auf Leinwand wie so viele seiner Kollegen. Und er hielt auch unter den Sowjets und in der DDR daran fest, lieber die Abenteuerreiche des Nichtgegenständlichen zu erkunden, anstatt mutmachende Werktätige abzubilden. So entstanden wunderliche Faltungen, Strichkonstruktionen, große freihändige Schwünge mit dem Stift, Skulpturen, zur Not auch mit Bügeln, Stanniolpapier und was der Haushalt sonst so hergab."
Frida Kahlo: "El sueño (La cama)". 1940 Mit 54,7 Millionen Dollar ist Frida Kahlos Gemälde "El sueño (La cama)" das teuerste je versteigerte Kunstwerk einer Frau, und doch macht der Preis nur einen Bruchteil dessen aus, was etwa Leonardo da Vincis "Salvator Mundi" 2017 bei einer Auktion erzielte. Auf Zeit Online fragt sich Justine Konradt, woran der Gender-Pay-Gap in der Kunstwelt liegt. Immerhin die Geschlechterparität im Hinblick auf Einzelausstellungen ist langsam ausgeglichen, vermerkt Katharina Rustler im Standard. Im Tagesspiegel versucht Christiane Meixner zu erklären, weshalb gerade dieses Werk so wertvoll ist, wurde das Werk doch 1987 noch für "nur" 51.000 Dollar versteigert: Aber der Kreis vermögender Sammler ist enorm gewachsen, weiß Meixner.
Weitere Artikel:Für die Welt spricht Cornelius Tittel mit der deutschen Kunstsammlerin Ingvild Goetz über ihre Sammlung und ihre ersten Ausstellungen. Auf den "Bilder-und-Zeiten"-Seiten der FAZ erinnert Thomas Combrinck an den Berliner Fotografen Waldemar Titzenthaler.
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Die Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance" im Berliner Bode-Museum (taz) und die Ausstellung "Hommage an Vittore Carpaccio. Ein restauriertes Meisterwerk und die Malerei Venedigs um 1500" in der Berliner Gemäldegalerie Berlin (FAZ).
Angenehm ist diese Reise nicht, zu der Kara Walker in ihrer aktuellen Ausstellung in der Berliner Galerie Sprüth Magers lädt, warnt Sebastian Frenzel bei Monopol vor. Denn die amerikanische Künstlerin blickt in ihren Collagen und Gemälden auf jenen Teil amerikanischer Geschichte, der gern verschwiegen wird, etwa in ihrer Arbeit: "The Second Thanksgiving", die daran erinnert, "dass bei diesem Nationalfeiertag Ende November neben Truthahn, Mais und Süßkartoffeln immer auch eine kräftige Portion Gründungsmythos serviert wird. Als die europäischen 'Pilgerväter' im Jahr 1620 im heutigen Massachusetts landeten, hätten sie den ersten Winter ohne Hilfe der einheimischen Wampanoag nicht überlebt, die ihr Essen mit den Ankömmlingen teilten und ihnen Anbautechniken beibrachten. Aus Dankbarkeit feierte man ein gemeinsames Fest, so jedenfalls geht die Erzählung. Dass die Kolonisten keine Dankbarkeit, sondern Völkermord, Sklaverei und Landraub brachten, wird bei diesem Familienfest bis heute unter den reich gedeckten Tisch gekehrt."
Besprochen werden die Ausstellung "Impressionismus in Deutschland" im Museum Frieder Burda in Baden-Baden, die der FAZ-Kritikerin Alexandra Wach auch die Erinnerung an lange unbeachtete Malerinnen wie Sabine Lepsius, Maria Slavona oder Dora Hitz verdankt und die große Gerhard-Richter-Retrospektive in der Pariser Fondation Louis Vuitton (Tsp, mehr hier).
NZZ-Kritiker Michele Coviello schult dank Digitalkuratorin Maren Burghard sein Auge für die Zukunft in der Ausstellung "New Realities" im Stadtmuseum Aarau: "In ihren KI-Bildern baut Burghard Fehler teilweise bewusst ein, andere macht die KI selber. Die Bilder lassen einen frösteln, sie verströmen etwas Glattes und Seelenloses. Aus einer Blumenvase schaut ein Tentakel eines Tintenfisches heraus. Und ist das eine Kaffee- oder doch eine Nähmaschine? Jedenfalls trägt das Gerät die Aufschrift 'veritas'. Aber wo liegt denn die Wahrheit? Sie ist sicher nicht das, was uns die KI zeigt - auch das will Burghard mit ihren Bildern beweisen. Jede KI ist nur so gut wie ihr Datensatz. Bei Bildmodellen ist es genauso. Und diese sind vor allem mit dem Material ihrer zahlungskräftigen Kunden gefüttert: vorwiegend weiß und männlich. ... Mansplaining dringt durch."
Gus Dirks: An Easter Hold-Up. Sonntagsseite vom 8. April 1900. Grimmwelt Kassel Ralph Trommer (taz) hat viel Freude in der Ausstellung "Ich, das Tier" in der Kasseler Grimmwelt, die anthropomorphe Tierdarstellungen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart zeigt - darunter Illustrationen des Franzosen Grandville, "die gängige Muster der Tierfabeln ad absurdum führten. Seine surrealen Szenen sind voller Mischwesen zwischen Pflanze, Tier und Mensch. In einer Lithografie zeigt er angelnde Fische, die im Wasser plantschende Menschen mit Schmuck, Tabak oder Urkunden ködern. Grandville hielt der damaligen Gesellschaft auf originelle Weise den Spiegel vor."
Weitere Artikel: Für die Zeit spricht Tobias Timm mit der amerikanischen Künstlerin Kara Walker, deren Collagen und Aquarellen derzeit in der Berliner Galerie Sprüth Magers zu sehen sind, über Trump, indigene amerikanische Geschichte und die neue Hässlichkeit von San Francisco. Da gerade Maurizio Cattelans Goldklo in New York (nur knapp über Goldwert) versteigert wurde, blickt Hanno Rauterberg ebenfalls in der Zeit auf die Geschichte der Toilette in der Kunst. Nicola Kuhn resümiert im Tagesspiegel ein Kolloquium "Kunsthandel der Moderne" in der Berlinischen Galerie bei der auch über die neuen Schiedsgerichte diskutiert wurde.
Bild: Nadja Buttendorf, Robotron - A Tech Opera, Videostill / video still, seit / since 2018 Fast vergessen, aber wahr: Auch die DDR entwickelte im Kombinat Robotron ab den 1960er Jahren volkseigene Computer, erinnert Tilman Baumgärtel in der taz - PCs wurden allerdings nicht gebaut. Dennoch beschäftigten sich in den 1960er und siebziger Jahren Künstler in der DDR mit Kybernetik und früher Digitalisierung, wie die Ausstellung "Robotron. Code und Utopie" in der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst aktuell zeigt: "Da ist zum Beispiel A. R. Penck, der gleich mit mehreren Arbeiten vertreten ist, einmal mit einem ganzen Zyklus von Zeichnungen, in dem seine Strichmännchen schon an etwas hantieren, das wie ein Computerarbeitsplatz mit angeschlossenem Internet aussieht. Die Filzstiftzeichnung 'Computermodell' von 1970 scheint von kybernetischen Diagrammen und Lochkarten beeinflusst zu sein. Auch die Hommage an Claude Shannon, einem Pionier der Informationstheorie, die Ruth Wolf-Rehfeldt mit ihrer Erika-Schreibmaschine tippte, hat man nicht unbedingt kommen gesehen."
Weiteres: Endlich werden auch die Kunsthändlerinnen gewürdigt, freut sich Dorothea Zwirner in der Welt. Dennoch bleibt es unfassbar, dass Berthe Weill so schnell vergessen wurde, prägte sie als Galeristin die Kunst der europäischen Avantgarde doch maßgeblich mit, wie derzeit eine Ausstellung im Pariser Musée de l'Orangerie zeigt: "Als 'Notre-Dame des Fauves' war Berthe Weill eine Vorkämpferin der wilden jungen Maler um Matisse, noch bevor diese beim Herbstsalon 1905 ihren Gruppennamen erhielten." Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Rotes Gold - Das Wunder von Herrengrund" im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes, Dresden (FAZ).
"Heuchlerisch" findet Isabel Heusser in der NZZ die Debatte um die Sammlung des Waffenfabrikanten Bührle und der fraglichen Provenienz der gesammelten Kunstwerke (unsere Resümees): "Selbstverständlich ist es wichtig, die Herkunft der Werke sauber abzuklären. Wie groß der Nutzen dieser weiteren Untersuchung ist, ist allerdings fraglich. Die Kritik an der Bührle-Sammlung dürfte kaum abreißen. Denn im rot-grünen Zürich ist allein der Umstand eine Ungeheuerlichkeit, dass im Kunsthaus das Erbe eines Waffenhändlers gezeigt wird. Schon vor fast zehn Jahren schlugen zwei Stadtparlamentarier der Grünen vor, eine Flugabwehrkanone aus Bührles Fabrik vor dem Chipperfield-Bau aufzustellen, um ein 'Ausrufezeichen' zu setzen. Jahre später brachte der damalige Stadtrat der Alternativen Liste, Richard Wolff, diese Idee wieder auf. Seine Partei verlangte von der Stiftung, die Werke dem Museum als Schenkung zu überlassen."
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