Kaum ein Politiker hat die Meinungen der Nachwelt so sehr gespalten wie Gaius Iulius Caesar: Er wurde gefeiert als weit blickender Staatsmann, der die Geschicke des römischen Imperiums in einer krisenhaften Zeit visionär zu lenken wusste und verdammt als zynischer, nur auf seinen eigenen Ruhm bedachter Machtpolitiker. Wer aber war dieser Caesar, der schon zu seiner Zeit so umstritten war, wirklich?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2009
Schlank und dicht und ungeduldig mit Caesar erscheint Uwe Walter diese Biografie des Bonner Althistorikers Wolfgang Will. Aller "schönen Sentenzen und Sottisen" zum Trotz spürt Walter die Resignation des Autors angesichts der Unfassbarkeit seines Objektes. Einer (freilich begründeten) Meinung über Caesar enthält sich der Autor natürlich dennoch nicht. Dazu allerdings bedient er sich "klassischer biografischer Muster", erklärt der Rezensent. Will setze bei Caesars Lehrjahren und den Lebenskonstanten (Kriegführen) an und kenne keine Helden mehr. Das politische System im alten Rom erscheint Walter in diesem Buch wie ein "riesiges Hamsterrad", seine Akteure, namentlich Caesars Widersacher, treten ihm nicht einsichtiger entgegen oder mit größerer Legitimation als dieser selbst.
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