Mit 43 schwarz-weiss Abbildungen und 3 Karten. Julian (361-363) gilt als der letzte heidnische Kaiser. Obwohl er eine christliche Erziehung erhielt, interessierte er sich mehr für die Kultur der klassischen Antike. Julian studierte daher in Ephesos und Athen Philosophie. Seine Politik war von dem Bestreben geprägt, heidnische Traditionen wiederzubeleben und das Christentum zurückzudrängen. In den christlichen Schriften wurde er deshalb Apostata (Abtrünniger) genannt. Gleichzeitig war Julian ein erfolgreicher Feldherr, der bei seinen Soldaten beliebt war. Die Legionen waren es auch, die ihn zum Augustus ausriefen. Seine Regierungszeit war jedoch von Einfällen der Perser in das römische Reich geprägt, so dass er 363 zu einer Schlacht gegen den Feind aufbrach, in dessen Verlauf er tödlich verwundet wurde. Klaus Bringmann zeichnet in dieser Biografie den ungewöhnlichen Weg des 'Abtrünnigen' nach, dessen kurze Regierungszeit viele seiner Pläne unvollendet ließ und deshalb die Phantasie der Nachwelt anregte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2005
Wenig überzeugt zeigt sich Wolfram Kinzig von Klaus Bringmanns Porträt des römischen Kaiser Julian (361 bis 363), der mit seinem Versuch scheiterte, den heidnischen Götterglauben wieder einzuführen. Kinzig rekapituliert in seiner Besprechung die schillernde Rezeptionsgeschichte Julians, der in der Aufklärung zur Identifikationsfigur aller Spötter, Zweifler und Atheisten gleich welcher Couleur wurde. Bringmann allerdings habe für diese Wirkmacht wenig übrig, ihm gehe es allein um die historische Gestalt in ihrer Zeit. Julians kurze Regierungszeit charakterisiere der Historiker vor allem mit dem Scheitern seiner beiden Projekte, der Feldzug gegen die Perser und die Wiedereinführung der paganen Götter. Bringmanns These, dass Julians Wunsch nach einer Restauration des Heidentums bei langfristiger Planung durchaus erfolgreich hätte sein können, zieht Kinzig in Zweifel. Insgesamt findet er Bringmanns Deutungsversuch der Persönlichkeit des römischen Kaisers "blass". Er führt das vor allem darauf zurück, dass Bringmann sich zuwenig für das geistige Umfeld Julians interessiert.
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