Die Karriere des Pompeius war von früher Jugend an durch jene militärischen Herausforderungen geprägt, mit denen sich Rom in Italien und in den Provinzen konfrontiert sieht. Nach dem Tod seines Vaters stellt er sich mit einer großen, aus eigenen Mitteln finanzierten Truppe in den Dienst Sullas und beweist sich rasch als glänzender Heerführer. Karl Christ schildert in den folgenden Kapiteln die kriegerischen, aber auch die diplomatischen Erfolge des Pompeius, die zugleich sein gespaltenes Verhältnis zum römischen Senat deutlich werden lassen. Spätestens mit der Gründung des Ersten Triumvirats - gemeinsam mit Julius Caesar und dem schwerreichen Crassus - wird unübersehbar, dass Pompeius nicht mehr durch eine Institution der Republik zu kontrollieren ist. In Caesar aber trifft Pompeius auf jenen Mann, der sein Schicksal werden soll.
Mit seiner "schlanken, eleganten und gut lesbaren" Biografie des Pompeius hat der Historiker Karl Christ ein "klar konturiertes Lebensbild" des Gegenspielers von Julius Cäsar entworfen, lobt Rezensent Stefan Rebenich. In Christs Augen personifizierte der erfolgreiche General und erfolglose Staatsmann die Strukturprobleme der späten römischen Republik. Einerseits sollten die Politiker den Herrschaftsanspruch über das gesamte Mittelmeer ausüben, andererseits wurden sie in die enge stadtstaatliche Ordnung gepresst. Anders als sein Widersacher Cäsar war Pompeius nicht radikal genug, um die überkommene Ordnung außer Kraft zu setzen. Der Rezensent applaudiert und bescheinigt dem Autor, wieder einmal ein "feines Gespür für die Quellen, intime Kenntnis der Forschungsgeschichte und große Darstellungskunst" bewiesen zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2004
Grundsolide, wenn auch auf etwas "nüchterne Weise erzählt", findet Rezensent Wilfried Nippel die Biografie des römischem Feldherrn Pompeius, verfasst vom Althistorikers Karl Christ. Auch für Leser "ohne Vorkenntnisse" sei sie "gut nachvollziehbar". Das vermittelte Pompeius-Bild aber findet Nippel schlichtweg zu "blass". Unter anderem hätte er sich ausführlichere Passagen über Pompeius' starken Drang zur "Selbststilisierung als neuer Alexander" gewünscht. Auch ein wenig mehr Mut zur "kontrafaktischen Spekulation" hätte sich der Rezensent erhofft. Christs Grundannahme, dass sich in Pompeius die "Strukturprobleme der späten Republik" Rom verkörpern, findet Nippel dennoch sehr zutreffend.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…