Mit 150 Abbildungen. Diese Geschichte des "Dritten Reiches" wendet sich nicht an Fachhistoriker, sondern an ein allgemeines Publikum. Mit Blick auf das Wesentliche schildert das Buch des Zeithistorikers Wolfgang Benz den Weg der nationalsozialistischen Diktatur von der "Machtergreifung" am 30. Januar 1933 bis zur deutschen Kapitulation im Mai 1945. Die Errichtung der totalitären Diktatur, Innen- und Außenpolitik des Regimes, Alltag und Terror im nationalsozialistischen Deutschland werden ebenso in ihren Grundzügen geschildert wie der Weg in den Weltkrieg, der Verlauf des Krieges und die Formen des Widerstandes gegen Hitlers Herrschaft. Einen zentralen Platz in der Darstellung nimmt die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden ein. Zahlreiche, oft ausführlich kommentierte Abbildungen veranschaulichen die Chronik der historischen Ereignisse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.01.2001
Peter Schünemann ist voll des Lobes über diese Geschichte des Dritten Reiches, die er in seiner Rezension in groben Zügen zusammenfasst. Er findet das Buch "vorzüglich geschrieben" und lobt den Band als "konzise" Schilderung, die sich "souverän in Struktur und Methode" erweist. Der Rezensent sieht in dem Buch aber auch ein "Lehrstück" über die verdrängte Wahrnehmung von Nazi-Ideologie und Gewalt und erkennt darin den aktuellen Bezug der Darstellung. Der Autor mache zudem auch für die "immer noch Unbelehrbaren" deutlich, dass die Wehrmacht einen aktiven Beitrag zur Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten geleistet habe und weise nach, dass der Völkermord nicht erst seit der Wannsee-Konferenz 1942 zum festen Programm der Hitlerregierung gehörte, so der Rezensent anerkennend. Besonders berührt hat ihn die Schilderung der Schicksale der Mitglieder der "Weißen Rose", die alle wegen ihres aktive Widerstands gegen das Naziregime hingerichtet wurden.
Als Einführung und Überblick gut geeignet, behauptet Volker Ullrich von Wolfgang Benz` "Geschichte des Dritten Reiches". In fünfzehn Kapiteln handele der Autor, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, alle wesentlichen Aspekte zum deutschen Nationalsozialismus ab, so Ullrich, wobei er auf die Verfolgung und systematische Ermordung der Juden einen besonderen Schwerpunkt lege. Zu kurz gekommen ist Ullrich die Abhandlung deutscher Außenpolitik vor 1939, und auch die Darstellung des Kriegsalltags und des Zusammenbruchs aus der Perspektive der Bevölkerung hätte sich Ullrich ausführlicher gewünscht. Ansonsten: inhaltlich keine Mängel, auch wenn Anmerkungen und Quellenbelege fehlen. Entschädigt wird der Leser, so der Rezensent, dafür durch einen ausführlichen bibliografischen Anhang sowie hervorragendes Bildmaterial.
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