Felix Bohr (Hg.)

Hitlers treues Volk

Warum so viele Deutsche dem Nationalsozialismus verfielen
Cover: Hitlers treues Volk
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2025
ISBN 9783421070456
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Warum unterstützten so viele Deutsche den Nationalsozialismus? Wieso waren sie Adolf Hitler gegenüber loyal, der aus seinem Judenhass und seinen Kriegsplänen nie einen Hehl gemacht hatte? Achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa untersucht dieses Buch, warum Millionen Deutsche dem Naziregime treu dienten und ihrem "Führer" schließlich bis in den Untergang folgten. SPIEGEL-Autoren und Historikerinnen erklären, wie Deutsche aus allen gesellschaftlichen Milieus zu Komplizen des NS-Regimes wurden. Sie beschreiben, wie unzählige Mitläufer mit ihrem Autoritätsglauben, ihrem Handeln und ihrem Wunsch nach einem Sieg Deutschlands im Krieg das Regime stützten und seine Gräueltaten erst ermöglichten. Und sie zeigen, wie die braunen Machthaber ihr Volk umgarnten und gezielt auf positive Emotionen und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft setzten. Mit zahlreichen Abbildungen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.05.2025

Dieser Sammelband enthält 24 bereits publizierte Beiträge aus "Spiegel-Geschichte" und liefert ein breit gefächertes Panorama des NS-Alltags - von Mitläufertum bis Machtmissbrauch, schreibt Rezensent Michael Kuhlmann. Die Texte zeigen, wie das Regime mit Zuckerbrot (z.B."Kraft durch Freude") und Peitsche (z. B. Repression) Zustimmung organisierte. Doch der Frage, warum so viele Deutsche mitmachten, geht das Buch kaum auf den Grund, moniert der Kritiker. So werden relevante soziale Konflikte oft nur angerissen und Beispiele von Unzufriedenheit - etwa unter Jugendlichen oder Katholiken - kaum vertieft, erfahren wir. Zwar bleibt der Band, dessen Texte vor drei Jahren in der Heft-Reihe Spiegel-Geschichte bereits erschienen,  lesbar und vermittelt viele Einblicke, doch gegenüber dem ebenfalls von Kuhlmann besprochenen Buch "Unwillige Volksgenossen" von Peter Longerich fällt er ab: Dort findet Kuhlmann genau die systematische Tiefe, die der von Felix Bohr herausgegebene Band vermissen lässt. Fazit: ein kurzweiliges, aber analytisch eher konventionelles Lesebuch über in ihrer Komplexität lange noch nicht erschlossenen Zeit, schließt Kuhlmann.

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