Hans Mommsen

Alternative zu Hitler

Studien zur Geschichte des deutschen Widerstandes
Cover: Alternative zu Hitler
C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN 9783406459139
Paperback, 419 Seiten, 8,90 EUR

Klappentext

Der Widerstand gegen Hitler ist zentrales Thema der politischen wie wissenschaftlichen Debatten zur NS-Geschichte. Im vorliegenden Band zeigt der renommierte Zeithistoriker Hans Mommsen die Vielfalt der politischen Ziele dieses "anderen Deutschland" und entschlüsselt die Ideenwelt des "20. Juli" und des Kreisauer Kreises, der konservativen und sozialistischen, kirchlichen und militärischen Opposition. Er arbeitet ihr gemeinsames Bemühen um eine Alternative zu Hitler, um eine moralische Erneuerung von Politik und Gesellschaft heraus, ohne die verbreitete Ablehnung der Demokratie und teilweise unentschiedene Haltung zur Judenverfolgung zu übersehen. Der Widerstand wird nicht idealisiert, sondern als politische Bewegung aus den Bedingungen seiner Zeit erklärt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.05.2000

"Ein Standardwerk zum Thema, das kaum Wünsche offen lässt", ist dieser Band, wie Rolf Lamprecht resümiert. Der Leser erfahre hier nicht nur viel über Gruppierungen und Personen des Widerstands, sondern auch viel über die Hemmnisse und Skrupel, die damals eine Rolle gespielt haben. Als Beispiele führt er unter anderem das `Eid-Problem` auf, religiöse Vorbehalte (die Katholische Kirche erweist sich hinsichtlich des Tyrannenmords dabei - wie der Leser erfährt `flexibler` als die evangelische), aber auch die Nähe vieler Widerständler zu Hilters Außen- und Militärpolitik. Dabei wird auch - wie Lamprecht findet - mit so mancher "Glorifizierung" aufgeräumt. Denn Mommsen zeige, dass gerade im Umfeld des 20. Juli nicht das Ziel war, `die Wiedererstehung eines Vielparteiensystems` zu erreichen. Auch die `Judengesetze` sollten lediglich entschärft werden, Frauen vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen sein. Eine äußerst aufschlussreiche Lektüre ist dieser Band, wie Lamprecht findet, die zwar "Zeit und Geduld" erfordere, sich aber keineswegs nur an Historiker richte.
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