Werner Schroeter

Tage im Dämmer, Nächte im Rausch

Autobiografie
Cover: Tage im Dämmer, Nächte im Rausch
Aufbau Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783351027322
Gebunden, 408 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Mitarbeit: Claudia Lenssen. Mit einem Vorwort von Elfriede Jelinek. Mit 22 Abbildungen. "Sein Leben selbst war ein Kunstwerk" (Isabelle Huppert). Werner Schroeter war weit mehr als einer der wichtigsten Regisseure Deutschlands. Als Enfant terrible und genialischem Autodidakt gelang ihm die Verschmelzung von Pathos und Punk in seinem Werk ebenso wie in seinem Leben. Seine Autobiografie schildert Begegnungen mit Maria Callas, Rosa von Praunheim, Isabelle Huppert, Rainer Werner Fassbinder und vielen anderen. Mit zahlreichen Fotos sowie erstmals einer Filmo- und Szenographie.
"Ein Gott langweilt sich nie, denn auch sein Nichtstun ist Arbeit. Diese Schöpferkraft spürt man bei Werner Schroeter sofort." Elfriede Jelinek

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2011

Rezensent Rüdiger Suchsland hat sich noch einmal in den Bann schlagen lassen von Werner Schroeter, dem genialischen wie kapriziösen Regisseur, den er nach nur wenigen Sätzen dieser postum erschienenen Autobiografie wieder sehr lebendig vor sich sah. In den letzten Monaten vor seinem Tod hat Schroeter sein Leben der Filmhistorikerin Claudia Lenssen erzählt, und zwar, wie diese berichtet, sehr spontan, aber sehr präzise. "Extrem kurzweilig, immer geistreich" nennt Suchsland diese Künstlervita, in der natürlich all die Götter und Göttinnen ihren Auftritt haben, die über der Schroeter'schen Filmwelt thronten: Marianne Hoppe, Rainer Werner Fassbinder, Michel Foucault, Isabelle Huppert, Ingrid Caven, Christine Kaufmann und und und. Im Mittelpunkt selbst steht natürlich der Held, den Suchsland voller Sympathie als "liebenswürdig, narzisstisch, witzig, offen bis zur Selbstentblößung, dabei erfüllt von Noblesse, voller Anekdoten" beschreibt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.04.2011

Für Cristina Nord ist die nun postum erschienene Autobiografie des vor einem Jahr an Krebs gestorbenen Filmemachers Werner Schroeter eine "wunderbare Ergänzung" zum Filmporträt, das seine Kamerafrau Elfi Mikesch von ihm gemacht hat. Im Buch kann man einen intimen Blick auf die Entwicklung des exzentrischen Regisseurs werfen, der in Deutschland auf zum Teil erbitterte Ablehnung stieß, wie der Rezensent deutlich macht. Es erhellt im Gegensatz zum Film zudem viel über die frühen Jahre Schroeters und den Niederschlag seiner Erfahrungen auf sein Werk, so Nord erfreut. Beeindruckt hat sie, wie neben einem Hang zu Tod und Pathos vor allem das heitere, gelassene und humorvolle Wesen Schroeters hier zum Ausdruck kommt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2011

Mit großer Wärme bespricht Katja Nicodemus diesen Lebensrückblick Werner Schroeters. Der Regisseur hat ihn zusammen mit der Berliner Filmjournalistin Claudia Lenssen verfasst, der er in den letzten Monaten vor seinem Tod sein Leben erzählte. Und was für eins! Ein großes, unerschrockenes, obsessives dabei ganz uneitles Künstlerleben voller Liebe, Schmerz, Wahrheitssuche und Schönheit. Bemerkenswert findet sie auch die Dankbarkeit, mit der Schroeter auf all seine privaten und künstlerischen GefährtInnen zurückblickt, auf Rosa von Praunheim, Rainer Werner Fassbinder, Ingrid Caven oder Foucault. Angesichts der wunderbaren Episoden, von denen Schroeter hier erzählt, kann sie nur seufzen: "Man wäre gern dabei gewesen."