Wie stellten sich die beiden russischen Revolutionen aus österreichischer Sicht dar? Zahlreiche Soldaten der k.u.k. Armee waren in russische Gefangenschaft geraten und erlebten das Geschehen hautnah. Was beobachteten sie und wie bewerteten sie die Umbrüche, die nicht nur Russland, sondern die ganze Welt veränderten? Welche Hoffnungen und welche Befürchtungen taten sich nun in der Heimat auf? Wie kommentierte man hier das Entstehen einer neuen Ordnung, die dazu bestimmt war, die Welt über viele Jahrzehnte hindurch in zwei Lager zu teilen? Verena Moritz lässt anhand von Tagebucheintragungen, Briefen, Zeitungsberichten und anderem bisher unveröffentlichten Quellenmaterial eine Epoche großer Zäsuren erneut lebendig werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2017
Wie die russische Revolution im kaiserlichen Wien als Herausforderung, jeder Heimkehrer als Rebell und potenzieller Unruhestifter aufgenommen wurde, erfährt Jörg Baberowski bei Verena Moritz. Wie die Autorin ihren Befund aus Zeitungen, Memoiren und Archivfunden erarbeitet, findet er offensichtlich überzeugend. Die in Wien grassierende Furcht vor Zersetzung und Anarchie vermag ihm die Autorin plastisch vor Augen zu führen.
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