Jochen Oltmer (Hg.)

Kriegsgefangene im Europa des Ersten Weltkriegs

Cover: Kriegsgefangene im Europa des Ersten Weltkriegs
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2005
ISBN 9783506729279
Gebunden, 309 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Wie der Krieg selbst, so entwickelte auch das Problem der Gefangenschaft im Ersten Weltkrieg bis dahin nie gekannte Dimensionen. Etwa 8 bis 9 Millionen Soldaten gerieten von 1914 bis 1918 an allen Fronten in die Gewalt ihrer Gegner. Das Kriegsende bedeutete nicht das Ende des Problems, weder national noch international. Erst 1922 kehrten die letzten deutschen, österreichischen und russischen Kriegsgefangenen zurück.
Kriegsgefangenschaft war zunächst ein individuelles Schicksal, das vielerlei Gesichter tragen konnte. Für die am Krieg beteiligten Staaten verbanden sich mit der massenhaften Internierung von Kriegsgefangenen weitreichende militärische und sicherheitspolitische Fragen, aber auch außen- und nationalitätenpolitische Interessen, ließ sich doch die Internierung politisch durchaus instrumentalisieren. Und der Einsatz von Kriegsgefangenen als Zwangsarbeiter eröffnete den unter Arbeitskräftemangel leidenden Kriegswirtschaften ganz neue Perspektiven.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2006

Zufrieden zeigt sich Rezensent Eberhard Kolb mit diesem Sammelband über die Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg, den Jochen Oltmer herausgegeben hat. Wie er berichtet, beschäftigte sich die Forschung bis Anfang der achtziger Jahre kaum mit dieser Thematik. Um so verdienstvoller erscheint Kolb vorliegender Band, zumal er die "wesentlichen Erträge" der neueren Forschung vereint. Neben Länderstudien über die Situation der Kriegsgefangenen in der Donaumonarchie, im Deutschen Reich, in Russland, Großbritannien und Frankreich findet Kolb darin auch zahlreiche Aufsätze über besondere Aspekte der Kriegsgefangenenpolitik wie etwa Arbeitseinsatze der Gefangenen, die Aktivitäten des Roten Kreuzes oder der Umgang mit den ehemaligen Kriegsgefangenen nach der Rückkehr in die Heimat. Die Beiträge des Bandes haben Kolb rundum überzeugt, sind sie doch "ausnahmslos von guter Qualität".

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