2 CD, 125 Minuten. Gelesen von Hans Korte. Aus dem Französischen von Karin Krieger. Ein deutscher Offizier nimmt während der Besetzung in Frankreich bei einem alten Mann und seiner Nichte Quartier. Während der Deutsche allabendlich über die deutsch-französische Freundschaft monologisiert, schweigen seine Quartiersgeber - wie das Meer. Sein Respekt diesem Schweigen gegenüber und seine späte Einsicht in den Zynismus der Politik Hitlers machen die Erzählung zu einem eindringlichen Dokument französischen Selbstbewusstseins unter der deutschen Okkupation. Die Erzählung mit dem Essay von Ludwig Harig ist ein Schlüsselbuch zur deutschen Vergangenheit und ein einfühlsames Dokument der Einzigartigkeit menschlicher Begegnung in einer dunklen Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2012
Fasziniert hat Rezensentin Katharina Teutsch die nun als Hörbuch erschienene Erzählung "Das Schweigen des Meeres" des französischen Autors Jean Marcel Bruller alias Vercors gehört. Auch wenn die Kritikerin meint, dass der Text um den deutschen Besatzungsoffizier Werner von Ebrennac, der im Zweiten Weltkrieg in der Stube seiner stoisch schweigenden französischen Gastgeber eifrig um die deutsch-französische Verständigung wirbt, kulturell gealtert erscheint, erhält sie tiefen Einblick in die Breite der Nationalmotive von der "Grande Nation" bis zum "alten Reich" und von der "Heilung des deutschen Geistes durch den französischen Esprit" und erkennt eine Vielzahl zeitloser Themen. Nicht zuletzt ist Teutsch begeistert von dem beherrschten "Hemingway-Ton", den der Schauspieler Hans Korte dem pfeiferauchenden alten Ich-Erzähler in diesem beeindruckenden Kammerspiel verleiht.
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