Mehrfach sorgte die streitbare Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld für Schlagzeilen: bei ihrer Verhaftung und Ausweisung aus der DDR 1988, bei der Enttarnung ihres eigenen Ehemannes als Stasispitzel nach der Wende, bei ihrem Wechsel im Bundestag von der Fraktion der Grünen zur CDU 1996. Vera Lengsfelds Biografie ist voller Brüche und doch voller innerer Notwendigkeit und Konsequenz. Sie berichtet von ihrer Jugend als Tochter eines Stasi-Offiziers, über ihr Studium der Philosophie und die wachsende Einsicht in den diktatorischen Charakter der DDR, über ihr Engagement in der Opposition. Zur Sprache kommt u.a. die Rolle des Rechtsanwaltes Gysi, ihre Erfahrungen mit der westdeutschen Linken, als Frau und alleinerziehende Mutter in der Politik - das Bild einer mutigen Frau in den Turbulenzen deutsch-deutscher Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2002
Detlef Kühn findet die ersten fünfzig Lebensjahre Vera Lengsfelds auf jeden Fall interessant genug, um in einem Buch geschildert zu werden. Detailliert zeichnet er in seiner Rezension den Lebensweg der Bundestagsabgeordneten nach. Kühn gefällt an Lengsfelds Erinnerungen vor allem, dass sie ihm "interessante Einblicke" in einen zunächst durchaus typischen Lebenslauf in der DDR gibt. In den 70-er Jahren kehrte sich Lengsfeld dann vom SED-Staat ab, und Kühn zeigt sich nun gefangen von den "vielen interessanten Einzelheiten" der Zeit, in denen Lengsfeld unter den Schikanen der DDR zu leiden hatte. Auch die Schilderung ihrer Bonner Zeit, in der sie erst Mitglied der Grünen war und dann, nach "innerparteilichen Niederlagen", zur CDU wechselte, lobt der Rezensent als "lesenswert".
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