Gregor Gysi beschreibt seine Zeit als Mitglied der Berliner Landesregierung. Er schildert den Wahlkampf in der Hauptstadt und die turbulentenMonate als Bürgermeister und Senator bis zu seinem Rücktritt. Aber "Was nun?" ist mehr als nur eine persönliche Bilanz. Es ist vor allem ein räsonierendes Buch, in dem es um die Entwicklung und Zukunft Deutschlands geht, natürlich um die PDS und die Chancen des demokratischen Sozialismus. Gysi befasst sich mit den Voraussetzungen des Friedens ebenso wie mit der Absurdität des Krieges. Er schreibt über die Macht der Medien und versucht die Perspektiven von Wirtschaftspolitik und sozialer Gerechtigkeit zu verbinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2004
"Gysi hat seiner Partei nichts Neues anzubieten und zur Verbesserung von Deutschlands Zustand noch weniger", urteilt Susanne Kusicke scharf. Mit recht spitzer Feder beschreibt sie Gysis "Rechtfertigungsprosa", einen "merkwürdige Zwitter, halb Lebensabschnitts-Autobiografie, halb Einführung in Gysis Entwurf eines flockigen Post- Sozialismus". Dabei entdeckt die Rezensentin zwei Legitimationsdiskurse: Bei der Rentenreformdiskussion von 2001 durchschauten nach Aussagen von Gysi einige namentlich genannten Genossen seine strategischen Verhandlungsüberlegungen nicht: "Ich hatte natürlich noch eine zusätzliche Überlegung im Kopf'." Bei dem zweiten Legitimationsdiskurs ist die Rezensentin richtig warmgelaufen, denn der "soll belegen, wie perfekt, erfolgreich und reibungslos seine Arbeit in Berlin als Wirtschaftssenator verlaufen sei- eingeschränkt allein durch die knappe Finanzlage". So hat Rezensentin Kusicke vor allem Episoden nach dem Prinzip gefunden: "Problem-Gysi-Lösung". Verärgert resümiert sie: "So banal, bieder, buchhalter-akribisch ist es abgefasst, so wenig Ungekanntes steht darin."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.08.2003
Recht spöttisch kommentiert der Rezensent Dieter Rulff Gregor Gysis Analyse der gesellschaftlichen und seines persönlichen Status Quo. Im ersten Teil des Buches versucht Gysi eine Beweisführung gegen die oft geäußerte Behauptung, Politiker wären faul - nach Rulffs Meinung mit dem Ergebnis, dass der Leser "bei der Lektüre die Langeweile teilt, welche Gysi die pflichtgemäße Anwesenheit bei Ausschuss- und Plenarsitzungen des Berliner Abgeordnetenhaus bereitet". Das interessanteste an dem Buch ist nach Rulffs Meinung das Bild, das Gysi "von der politischen Mehrheitskultur seiner Partei zeichnet": "sie ist humorlos, verlogen und machtsichernd". Seine Bemühungen jedenfalls, einen argumentativen Brückenschlag zu versuchen zwischen der "Unmöglichkeit einer sozialistischen Wirtschaftspolitik" und der "Möglichkeit einer sozialistischen Politik" bringt nach Ansicht des Rezensenten wenig Neues: im besten Fall klingt das nur noch sozialdemokratisch.
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