Revolution und Arbeiterbewegung in Deutschland 1918-1920

Cover: Revolution und Arbeiterbewegung in Deutschland 1918-1920
Klartext Verlag, Essen 2013
ISBN 9783837503234
Gebunden, 466 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Karl Christian Führer, Jürgen Mittag, Axel Schildt und Klaus Tenfelde. Über die revolutionären Ereignisse und Umwälzungen der Jahre 1918 bis 1920, die vielfach noch immer als "Novemberrevolution" etikettiert werden, wird in der deutschen und internationalen Forschung seit etwa zwei Jahrzehnten kaum noch geforscht. Damit ist auch die entscheidende Rolle der Arbeiterbewegung für den Verlauf der Revolution, die Demokratisierung und die Ausgestaltung der industriellen Beziehungen Deutschlands im frühen 20. Jahrhundert aus dem Blickfeld geraten. Vor diesem Hintergrund zielt der vorliegende, auf Tagungen der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und des Instituts für soziale Bewegungen in Bochum basierende Band insbesondere auf die Rolle der Arbeiterbewegungen während der Revolution sowie die damit verbundenen Wirkungen. Besondere Beachtung wird einerseits dem Stinnes-Legien-Abkommen im Kontext der Arbeitsbeziehungen des 20. Jahrhunderts gewidmet, andererseits werden die Revolutionsereignisse auch auf regionaler Ebene beleuchtet. Das Ruhrgebiet, als ein Brennpunkt der Ereignisse, steht dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2013

Dankbar registriert Eberhard Kolb diesen von Karl Christian Führer, Jürgen Mittag, Axel Schildt und Klaus Tenfelde herausgegebenen, auf zwei Tagungen aus 2008 und 2009 zurückgehenden Sammelband über den 9. November 1918, über Sturz des Kaiserreichs und Republikgründung, über Arbeiterbewegung und Gewerkschaftspolitik. Zu vielfältig scheinen Kolb die Beiträge, um sie alle detailliert zu würdigen. Besonders aufgefallen sind ihm allerdings die einen Schwerpunkt ausmachenden Texte zum sogenannten Stinnes-Legien-Abkommen, die im Band anzutreffenden unterschiedlichen Perspektiven auf die Gewerkschaftspolitik sowie "instruktive" Texte zur Industriearbeiterschaft, zu Carl Duisberg und zur, wie der Rezensent findet, ansonsten eher marginal behandelten Wahrnehmung der Revolution 1918/19 in Frankreich und Japan. Insgesamt findet er den Informationswert des Buches erstaunlich.