Torsten Schulz

Skandinavisches Viertel

Roman
Cover: Skandinavisches Viertel
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2018
ISBN 9783608981377
Gebunden, 265 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Das Skandinavische Viertel in Ostberlin kennt niemand so gut wie Matthias Weber. Als Kind unternimmt er hier in den siebziger Jahren Streifzüge, beflügelt von seiner reichen Phantasie, zugleich auf der Flucht vor inneren Dämonen. Vater, Onkel, Großmutter: nette Leute, und doch jeder auf seine Weise in Schuld verstrickt. Nur sehr langsam durchdringt der Junge das Geflecht aus Geheimnis und Verrat in seiner Familie. Jahre später kehrt Matthias in sein Revier zurück, das sich seit dem Fall der Mauer im Umbruch befindet. Er wird Wohnungsmakler, und da sich der umgängliche Grübler nicht zum Haifisch eignet, macht er es sich zur Aufgabe, Neureiche und Großkotze aus seinem Viertel fernzuhalten. Zwischen Geld und Moral, vergänglichen Amouren und existentieller Einsamkeit führt er einen letztlich aussichtslosen Kampf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2018

Rezensentin Katharina Teutsch wird nicht schlau aus dem Helden im neuen Roman von Torsten Schulz. Die Milieugeschichte um einen antikapitalistisch orientierten Makler im ostberliner Kiez scheint ihr zwar nicht allzu übertrieben die Ostalgiekeule zu schwingen, und auch die Zeitdiagnostik im Text findet sie klug, über den Kunstwert des Ganzen aber wagt sie kein Urteil abzugeben. Schöner realistischer Plot, findet Teutsch, nur fehlt es an einer Haltung. Der Fatalismus des linken Widerspruchsgeistes im Buch genügt ihr nicht.
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