Adlergestell
Roman

Tropen Verlag, Stuttgart 2025
ISBN
9783608502886
Gebunden, 240 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Wie beginnt man ein Leben am Ende der Geschichte?Drei Mädchen vom Stadtrand, Center Shock auf der Zunge, abgerissener Mercedesstern um den Hals. Das sechsspurige Adlergestell vor der Nase. Ostberliner Kindheit um 1990.Sie sind frei. Das wird jedenfalls behauptet. Freier als ihre Mütter, die sich verlieren in den Wirren des Umbruchs. Freier als ihre Großmütter, die noch immer verfolgt werden von den Gespenstern der Vergangenheit. Die drei Mädchen wollen ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Doch als sie merken, dass auch die neue Freiheit Grenzen hat, kommt es zum Knall.Lenka, Chaline und die Erzählerin wachsen Tür an Tür auf, an der großen Berliner Ausfallstraße, dem Adlergestell. Beste Freunde, unzertrennlich, trotz oder wegen der völlig verschiedenen Milieus, aus denen sie kommen. Mit dem Schulanfang treten sie ein in das Chaos nach dem "Ende der Geschichte". Das schmeckt so süß und prickelt so sauer wie die neuen Center Shocks. Doch die großen Erwartungen zerplatzen so schnell wie ihre Kaugummiblasen. Denn den Adler kümmert ihre Existenz wenig und ein Gestell gibt keinen Halt. 35 Jahre danach beginnt die Erzählerin eine Spurensuche. Warum haben sie sich verloren? Was hat ihre Vergangenheit, die ihrer Mütter und Großmütter, mit den Verwerfungen von heute zu tun? Und hatten sie überhaupt eine Chance? Ein furioser Nachwenderoman, der mitten in unsere Gegenwart führt.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
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Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.10.2025
Die Baseballschlägerjahre sind wieder in aller Munde, Laura Laabs erzählt davon in einem Roman, der diese Zeit für Rezensentin Elena Witzeck ein bisschen verständlicher macht. Es geht um drei Mädchen, eines ist namenlos, dann Charline und Lenka, die von alkoholabhängigen und abwesenden Eltern erzogen werden, sie leben auf Berlins längster Straße, dem titelgebenden Adlergestell, erfahren wir. "Mitläufer, Mittäter, Unschuldige" haben ihre Auftritte in diesem Roman, sie alle eine, dass sie in der wilden Nachwendezeit keinen Halt finden. Davon erzählt Laabs Witzeck zufolge emotional, ungebändigt und berührend.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 21.08.2025
Rezensent Maximilian Mengeringhaus findet den Debütroman der Regisseurin Laura Laabs insgesamt ziemlich schwach: Zu viele (Ost-)Klischees tauchen in der Geschichte dreier Mädchen auf, die aus dem Berliner Stadtteil Adlershof kommen und 1990 eingeschult werden. Die Verhältnisse ändern sich rapide, es herrscht viel Arbeitslosigkeit, einer der Väter der Mädchen säuft, Mercedessterne werden von Autos gerissen, erfahren wir. Und plötzlich ist diese Wut da, die Baseballschlägerjahre, die bei Laabs jedoch eher dazu führen, dass sie ihren Figuren gar keine eigenen Gedanken mehr zutraut und "den Homo Sovieticus an die Wand malt", wie der Kritiker stöhnt. Insgesamt ist ihm das zu verklärend und auch die Sprache ist ihm zu plakativ, sodass ihn der Roman insgesamt nicht überzeugt.