Tim Marshall

Die Macht der Geographie

Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt
Cover: Die Macht der Geographie
dtv, München 2015
ISBN 9783423280686
Gebunden, 304 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Birgit Brandau. Weltpolitik ist auch Geopolitik. Alle Regierungen, alle Staatschefs unterliegen den Zwängen der Geographie. Zum Beispiel Russland: Von den Moskauer Großfürsten über Iwan den Schrecklichen, Peter den Großen und Stalin bis hin zu Wladimir Putin sah sich jeder russische Staatschef denselben geostrategischen Problemen ausgesetzt, egal ob im Zarismus, im Kommunismus oder im kapitalistischen Nepotismus. Die meisten Häfen frieren immer noch ein halbes Jahr zu. Nicht gut für die Marine. Die nordeuropäische Tiefebene von der Nordsee bis zum Ural ist immer noch flach. Jeder kann durchmarschieren. Russland, China, die USA, Europa, Afrika, Lateinamerika, der Nahe Osten, Indien und Pakistan, Japan und Korea, die Arktis und Grönland: In zehn Kapiteln zeigt Tim Marshall, wie die Geographie die Weltpolitik beeinflusst und beeinflusst hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.05.2016

Tim Marshalls geopolitische Weltgeschichte hat Rezensent Werner Hornung mit großer Freude gelesen, allerdings empfiehlt er die Lektüre nur in Verbindung mit einem zuverlässigen Diercke Weltatlas. Das Kartenmaterial nennt Hornung eine Katastrophe, ausgerechnet die Grenze zwischen Russland und der Ukraine sei total verwischt. Sonst hat der Rezensent viel gelernt über natürliche Grenzen, Meere und schiffbare Flüsse oder die friedensstiftende Macht von Gebirgszügen. Bemerkenswert findet er auch, dass Russland egal unter welchen ideologischen Vorzeichen immer vor dem Problem stand, keine eisfreien Häfen zu haben. Dass die nordeuropäische Tiefebene keine Barriere für rollende Panzer bereithält, ist ebenfalls ein unerschöpfliches Thema der Geopolitik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2016

Mona Jaeger weiß, dass die Geopolitik lange Zeit nicht besonders hoch im Kurs stand. Auch jetzt würde sie sie immer noch überbewerten, doch von Tim Marshall lässt sie sich gern noch einmal darauf hinweisen, welche Bedeutung natürliche Häfen, schiffbare Flüsse, Gebirgsketten und Rohstoffe für die politische Position eines Landes haben. Das alles erscheint ihr nicht sonderlich neu, aber gut auf den Punkt gebracht: Wer die Kontrolle über die Seewege hat, wie die nordeuropäische Tiefebene einen Panzervormarsch ermöglicht und warum die USA das Glückskind der Natur sind.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Anne Carson. Rot - Zwei Romane in Versen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2019.Anne Carson: Rot
Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…