Tilman Rammstedt

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

Roman
Cover: Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
DuMont Verlag, Köln 2012
ISBN 9783832196868
Gebunden, 190 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Wie sonderbar die Welt aussieht, wenn man sie mit den Augen eines Bankberaters betrachtet. Erst recht, wenn es sich um einen ehemaligen handelt. Auch nachdem er längst entlassen ist, will dieser Berater seinen Arbeitsplatz einfach nicht aufgeben. Nachts berät er im Vorraum der Bank weiterhin die Kundschaft. Dabei geht es ihm immer weniger um Geldanlagen als um den größeren Zusammenhang: "Man kann ein Tagesgeldkonto nicht verstehen, ohne zu verstehen, was ein Baum ist." Er erklärt keine Zertifikate, sondern das Leben. Für all das aber ist ein Bankbüro viel zu klein. Also zieht der Berater hinaus in die Welt, wo ungeahnte Abenteuer auf ihn warten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2013

Mit großem Vergnügen hat Rainer Moritz den neuen Roman "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" von Tilman Rammstedt gelesen. Eine Nacherzählung des Inhalts scheint ihm schwer möglich, aber er versucht es trotzdem: Es geht - verkürzt und zusammengefasst - um einen Bankberater namens Tilman Rammstedt, der seine Kunden liebt, dieselbe Handynummer wie der Romanautor Tilman Rammstedt hat und wie dieser Romanautor ist, sein Manuskript aber leider nicht voranbringt, bis er schließlich einen Banküberfall begeht, um diesen in seinem Roman zu verarbeiten, darüber aber in eine missliche Situation gerät, aus der er sich nur mit Hilfe von Bruce Willis, an den er Mails schreibt, die nicht beantwortet werden, meint befreien zu können. Das Ganze ist für Moritz eine komische, post(post)-modern spielerische Inszenierung eines Romans voll von witzigen Ideen. Kurz: "famoser Nonsens", aber höchst unterhaltsam.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2012

Sehr witzig, findet Rezensent Ijoma Mangold und meint damit die Grundidee dieses Romans. Tilman Rammstedt schickt eine Mail an Bruce Willis und bittet ihn, in seinem, Rammstedts, Roman eine Rolle zu übernehmen und seinem, Rammstedts, ehemaligen Bankberater und jetzigen Bankräuber aus der Patsche zu helfen. Willis antwortet nicht, doch Rammstedt attackiert ihn immer weiter mit Mails, berichtet ihm, was weiter geschieht und phantasiert sich Antworten zusammen. Nach fünfzig Seiten geht Mangolds Lachen in Gähnen über. Wo ist die "existenzielle Triebfeder", fragt er. Nichts Widerständiges gibt es in diesem Roman, und so läuft das metafiktionale Spiel schnell leer, klagt er.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2012

Ein weiterer Roman über die Mühen des Schreibens, in dem der Autor als Protagonist selbst mit vorkommt und der gerade die Seitenzahl erreicht, die noch als Roman durchgehen kann. Aber Rezensentin Meike Fessmann ist amüsiert. Sie liest das Buch als Gesamtkunstwerk, das schon mit dem virtuosen, zweideutigen, auffaltbaren Cover beginnt und im Schalk der Erzählung nicht ihr Ende findet. Fessmann fühlt sich an Jan Peter Bremers ähnlich verschmitzten Roman "Der amerikanische Investor" erinnert. Zwar erreiche Rammstedt nicht dessen sprachliche Brillanz - aber dafür gibt es bei Rammstedt immerhin eine prominente, in E-Mails beschworene Hauptfigur: Bruce Willis.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.11.2012

Großen Spaß hatte Susanne Messmer mit diesem Roman, in dem der Autor Tilman Rammstedt über die Schriftstellernöte des fiktiven Autors Tilman Rammstedt schreibt, und zwar in so komischer Weise, dass diese Metafiktion nicht im Germanistik-Seminar gelesen sein will. Versichert Rezesentin. Die Handlung ist vertrackt, vielleicht auch ein bisschen albern - es kommen eine Katze, ein Bankberater und Bruce Willis vor , doch am Ende hat die begeisterte Rezensentin einen "schönen, klugen Roman" über das Entstehen der Vorstellungskraft gelesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2012

Mit viel Lob bedenkt Jan Wiele den neuen Roman von Tilman Rammstedt. Er würdigt ihn als einen Roman, der die "humoristische Metafiktion" in der deutschsprachigen Literatur auf ein neues Niveau hebt. Höchst gekonnt verbindet der Autor in seinen Augen zwei Erzählstränge: zum einen geht es um einen Erzähler namens Tilman Rammstedt, der an einem Roman sitzt, bei dessen Entstehung der Leser teilhaben kann, und der zahllose Briefe an Bruce Willis schreibt, zum anderen um einen Bankberater mit merkwürdigen, mitunter philosophischen Ansichten wie beispielsweise: "Pfützen sind die Ozeane des sehr kleinen Mannes". Das Ganze findet Wiele klug, witzig, originell, sehr spielerisch und stellenweise auch noch richtig spannend. Doch das literarische Spiel scheint ihm bei Rammstedt kein Selbstzweck. Dahinter entdeckt er eine sehr ernsthaft, tief melancholische Ebene.
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