Die Liebe der Matrosen gibt es auch an Land - als flüchtige Suche nach Nähe. Klara ist Anfang zwanzig, als sie erfährt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin Sylvie betrügt. Sylvie reiht wie betäubt einen Mann an den anderen - bis sie einem verfällt, der ihr Vater sein könnte. Auch Klaras Eltern kennen die Flüchtigkeit der Liebe, stürzen sich in Abenteuer oder versuchen einen Neuanfang. Auf Ausbrüche der Lust folgt die erschrockene Frage nach dem Preis des Glücks, das Abwägen zwischen Verlangen und Verzicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2005
Zurückhaltend äußert sich Rezensent Kolja Mensing über Annette Mingels Roman "Die Liebe der Matrosen", der in Form eines Reigens vom "klägliche Scheitern zwischenmenschlicher Beziehungen" erzählt. Er spricht von einem "narrativen Spiegelkabinett", das Mingel aufbaut: Von Episode zu Episode wechsle sie die Perspektive, "so dass die insgesamt vier Erzähler und Erzählerinnen sich ständig gegenseitig belauern und beobachten - und sich dabei immer weiter voneinander entfernen". Der Roman nimmt sich für Mensing zunächst aus wie ein "angenehm distanzierter Bericht aus dem emotionalen Alltag der Gegenwart". Allerdings wird der Roman zunehmend seinen Erwartungen nicht gerecht: Spätestens nach den ersten 270 Seiten und dem dritten Wechsel der Erzählperspektive, so Mensing, erwarte man mehr als nur einen "vierten Durchgang durch die spätmoderne Hölle der Zweierbeziehung". An Tschechow, auf den im Text angespielt wird, reicht der Roman nach Ansicht Mensings jedenfalls nicht heran.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…