Sascha Macht

Der Krieg im Garten des Königs der Toten

Roman
Cover: Der Krieg im Garten des Königs der Toten
DuMont Verlag, Köln 2016
ISBN 9783832198275
Gebunden, 272 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Bruno Hidalgo lebt nicht nur in einem Provinznest, sondern auf einem riesenhaften Eiland, das infolge von Atomtests aus dem Ozean aufgestiegen ist. Die glanzvollen Gründerjahre sind vorbei, nun liegt die Inselgesellschaft am Boden. Rebellen marodieren, ausländische NGOs versuchen, die Bewohner mit dem Nötigsten zu versorgen, Antilopen weiden in der Savanne zwischen den Müllbergen einer zerbrochenen Utopie. Sascha Macht schickt seinen jungen Helden auf eine Reise durch diese schillernde, kühn erträumte Welt, die doch bedrohlich nah an unserer Realität gebaut ist. Er erzählt eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die langen Schatten der großen Ideologien und die heilsame Kraft des Horrorfilms.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2016

Nicolas Freund seufzt: Die Gleichgültigkeit, die Sascha Machts Protagonist Bruno Hidalgo kennzeichnet, überträgt sich während der Lektüre leider auch auf den Leser, meint er. Zwar fühlt sich der Kritiker gelegentlich gar nicht schlecht unterhalten,  wenn er Zusammenfassungen von fiktiven Horrorfilmen, etwa über transsexuelle "Vampir-Barkeeper", oder listenweise, aber unzusammenhängend angeordneten Skurrilitäten liest. Das "nihilistische" Spiel mit der Dekonstruktion von Wissensstrukturen ächzt aber leider auf Dauer unter der zu berechenbaren Konstruktion des Romans, wirft der Rezensent dem am Leipziger Literaturinstitut lehrenden Autor vor.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.06.2016

Der allgemeinen Endzeitstimmung in Sascha Machts Debütroman kann Moritz Müller-Schwefe nicht durchweg etwas abgewinnen. Fein findet er die Zeichnung der Apokalypse mit brennenden Städten und politischen Kämpfen bis aufs Blut, eindrücklich inszeniert auch. Den irrwitzigen Geschichten und Details, mit denen der Autor auf den Spannungsbogen pfeift, mag der Rezensent aber nur bedingt folgen. Irgendwann ist er den Spaß müd und stellt fest, dass Macht zwar die Lesererwartungen unterläuft, aber außer kurzlebiger Komik nichts anzubieten hat, vor allem keine nachvollziehbar motivierte Handlung.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.03.2016

Rezensent Richard Kämmerlings registriert eine Hochkonjunktur des Apokalyptischen in der deutschen Gegenwartsliteratur, der er auch Sascha Machts neuen Roman zurechnet. Was der Kritiker davon hält, verschweigt er zwar, informiert aber doch, worum es in "Der Krieg im Garten des Königs der Toten" geht: Um den siebzehnjährigen Bruno nämlich, der mit seinen Eltern auf einer in Folge von Atomtests gegründeten New-Age-Insel lebt, die inzwischen von Korruption, Bürgerkrieg und Polizeigewalt heimgesucht wird. Nachdem Brunos Eltern in diesem Chaos spurlos verschwinden, verbringt der Junge seine Zeit mit dem inflationären Konsum von Horrorfilmen, verrät der Kritiker, der sich mit den zahlreichen, nicht selten real anmutenden Schreckensbildern dieser Coming-of-Age-Parodie offenbar gut amüsiert.
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