Burghart Klaußner ist ein eigenwilliger Kopf. Hineingeboren in die Nachkriegswirren Berlins, sagt er über sich selbst: "Ich bin ja mitten in eine Rabauken-Zeit hineingewachsen und habe mir auch nichts sagen lassen wollen. Das ist geblieben: Ich lasse mir nicht gern Vorschriften machen." Sein Drang nach Unabhängigkeit hat seiner Karriere nicht geschadet, im Gegenteil: Burghart Klaußner gilt als einer der besten und originellsten Schauspieler unserer Zeit. Er ist seit Jahrzehnten erfolgreich auf der Bühne und im Film und führt darüber hinaus Regie, singt und hat sich jüngst auch als Schriftsteller einen Namen gemacht. Anlässlich seines 70. Geburtstags erzählt Burghart Klaußner im Gespräch mit Thomas Irmer von seinem Leben und seiner künstlerischen Arbeit. Das Theater ist ihm Heimat, Film Begegnung, sagt er. Er berichtet über seine Anfänge an der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer und am Schiller-Theater Anfang der siebziger Jahre und seinen Weg zu allen wichtigen deutschsprachigen Schauspielhäusern, u. a. in Berlin, Köln, Hamburg, Düsseldorf, Dresden, Bochum und Zürich. Und er spricht über seine Film- und Fernsehrollen, etwa als Pastor in "Das weiße Band" von Michael Haneke oder als Brecht im gleichnamigen Dokudrama von Heinrich Breloer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2019
Rezensent Simon Strauß lernt den Schauspieler Burghart Klaußner kennen mit diesem vom Theaterwissenschaftler Thomas Irmer besorgten Gesprächsband. Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag plaudert Klaußner darin laut Strauß über seine Segelleidenschaft, die Kindheit in Berlin Dahlem und Steglitz, die Jahre am Max-Reinhardt-Institut, die sexuelle Emanzipation und über Auseinandersetzungen mit Regisseuren wie Michael Haneke über Humor. Berührend findet Strauß nicht zuletzt Klaußners hier niedergelegtes Bekenntnis zur romantischen Schauspielkunst und gegen die "Entpathetisierung des Theaters".
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