Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Hamburger Köpfe. Mit 40 Abbildungen. Gustaf Gründgens war nicht nur der je nach Perspektive erfolgssüchtige Karrierist, der die Kulturfassade des Dritten Reichs aufpolierte, oder der menschlich integre und dabei persönlich gefährdete Intendant, dessen Theater einen Freiraum innerhalb des totalitären Staates bot. Er war auch der Filmschurke par excellence und der non-chalante Chansonnier, ein von seinen Anhängern fast kultisch verehrter Künstler und dabei ein zutiefst einsamer Mensch, er war Mephisto und Hamlet zugleich. Thomas Blubacher zeichnet kenntnis- und faktenreich den widersprüchlichen Weg dieses Künstlers nach.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2013
Thomas Blubachers Monografie über Gustaf Gründgens hat es nicht leicht, noch irgend etwas Neues über den Theaterkünstler zu sagen, zu viel ist in den vergangenen Jahrzehnten bereits geschrieben worden, erklärt Till Briegleb. Einzig Gründgens' Privatleben ist noch nicht vollständig ausgeleuchtet und Blubacher hatte immerhin als erster Biograf Zugang zum kompletten Nachlass, ein wenig hatte Briegleb also auf Klatsch und Tratsch gehofft. Den liefere Blubacher zwar, vor allem über Gründgens sexuelle Vorliebe für Männer habe er viel zu berichten, allerdings in einem so trockenen und distanzierten Blick, dass der Rezensent nicht so recht seine Freude daran hat, in Sachen Privatleben findet er diesen Zugang aber ganz angemessen. Der mangelnde eigene Standpunkt wird dann problematisch, wenn es um moralische Verfehlungen wie Gründgens' Opportunismus im NS-Regime geht und er ist gänzlich fehl am Platz, wo die Bühnenkunst beschrieben wird. "Wer nicht interpretiert, verliert", meint Briegleb, wenigstens wenn man neue Einsichten vorlegen wolle.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2011
Die ganz große Gründgens-Biografie ist das nicht, erklärt Rezensent Jens Malte Fischer. Leider, meint er. Denn Gründgens hätte sie ebenso verdient wie Fritz Kortner. Aber Leser, die über den schillernden Schauspieler und Theaterintendanten zum ersten Mal lesen, sind mit Thomas Blubachers Porträt gut bedient, versichert Fischer. Alles gut lesbar, mit "übersichtlich arrangierten" Fakten. Und auch Gründgens Jonglieren mit den Nazis wird von Blubacher mit "allergrößter Präzision" beschrieben, lobt der Kritiker.
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