Michel Piccoli

Ich habe in meinen Träumen gelebt

Erinnerungen
Cover: Ich habe in meinen Träumen gelebt
Alexander Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783895816031
Gebunden, 192 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit Gilles Jacob. Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Ralph Eue. Michel Piccoli steht im Mittelpunkt unvergesslicher Filme wie "Die Verachtung", "Themroc", "Das große Fressen", "Belle de jour" oder "Das Mädchen und der Kommissar". Seine Regisseure hießen Alfred Hitchock, Jean-Luc Godard, Luis Buñuel, Claude Sautet, Jacques Rivette, Constantin Costa Gravas; seine Filmpartnerinnen Brigitte Bardot, Jeanne Moreau, Catherine Deneuve, Emmanuelle Béart, Jane Birkin, Romy Schneider. Über die gesamte Zeit seiner Karriere sah Piccoli sich jedoch als Antistar und gab über sich selbst als Privatmensch nur ungern Auskunft. Ein guter Schauspieler interessiere sich mehr für andere Menschen als für sich selbst, lautete eines seiner Bonmots. 
Seine Erinnerungen - basierend auf einem Briefwechsel mit dem langjährigen Cannes-Präsidenten Gilles Jacob - zeigen einen Mann, dem alles Prätentiöse fremd ist; getrieben vor allem von der unbändigen Leidenschaft, sich auszuprobieren. Piccoli lässt seine Kindheit Revue passieren, schwärmt von seinen Lehrjahren an den verschiedensten Bühnen und wird fast scheu, wenn es darum geht, von der Glorie seiner großen Kinojahre zu erzählen. Darüber hinaus enthält das Buch auch die Preisgabe biografischer Wunden - etwa Piccolis zweite Ehe mit Juliette Gréco. "Vielleicht steckt in mir eine Art satanischer Clown. Sobald die angenehmen Seiten in mir die Oberhand gewinnen, packt mich die Lust nach Konträrem. Also spiele ich das eine gegen das andere aus, zerstöre jedes Bild, wenn es sich aufdrängt. Es macht mir Spaß, mit meinen Widersprüchen zu jonglieren." Michel Piccoli

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2024

Rezensentin Maria Wiesner freut sich über die angenehme Mischung aus inhaltlicher Tiefe und Diskretion im autobiografischen Briefwechsel zwischen Michel Piccoli und Gilles Jacob, im Original bereits 5 Jahre vor Piccolis Tod 2020 erschienen. Dass der französische Filmstar und sein langjähriger Freund und Filmkritiker schon vor dem Buchprojekt immer in regem Briefkontakt standen, merkt die Kritikerin dem Buch positiv an: In einem natürlich wirkenden Frage-Antwort-Spiel gebe Piccoli Auskunft über seine Kindheit, seine Schauspiel-Anfänge, seine Zusammenarbeit mit verschiedenen Regisseuren, und seine Liebe zum Theater. Wie er dabei stets "freimütig" und prägnant auf die Fragen Jacobs eingeht, dabei aber nie indiskret werde (auch nicht, was seine Beziehung zu Brigitte Bardot angeht), und manchmal sogar Bedenken äußert, belehrend oder arrogant zu wirken, gefällt der Kritikerin gut. Ein Buch, dass die Qualitäten der Briefform hervortreten lässt und auch Piccoli-Kennern ganz neue Einblicke gewährt, lobt Wiesner.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 06.08.2024

Ein schönes, berührendes Gespräch führen in diesem Buch der Schauspieler Michel Piccoli und der Kritiker Gilles Jacob, freut sich Rezensentin Manuela Reichart. Als Fortsetzung einer langjährigen privaten Korrespondenz ist es entstanden, erläutert Reichart, und es behandelt den Lebensweg sowie die Karriere Piccolis, von der Kindheit mitsamt der Erfahrung der Kriegszeit über den Piccoli keineswegs vorgezeichneten Weg zum Theater bis hin zu späteren Kinoerfolgen in Filmen von Regisseuren wie Buňuel und Godard. Die Arbeit mit berühmten Schauspielerkollegen spielt eine Rolle, beschreibt die Rezensentin, auch Piccolis Liebesleben wird thematisiert. Insgesamt ein anregendes, sprachlich an der mündlichen Erzählung orientiertes Buch über ein auf spielerische Art dem Schauspiel gewidmetes Leben, so das Fazit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2024

"Talent zur Metamorphose" attestiert Rezensent Patrick Straumann dem Schauspieler Michel Piccoli, aber auch eine gewisse Rätselhaftigkeit, der er nun in dessen Korrespondenz mit dem langjährigen Leiter der Filmfestspiele von Cannes, Gilles Jacob, auf den Grund gehen kann. Piccoli erzählt von den Anfängen seiner Karriere im Pariser Nachkriegstheater, wie zum Beispiel in legendären Inszenierungen von Claude Régy und Luc Bondy, aber auch von der Zusammenarbeit mit Luis Bunuel und von privaten Erinnerungen, so der Kritiker. Für ihn wird in dem fragmentarisch-dialogisch gehaltenen Band deutlich, dass die große Kunst des Schauspielers auch in der "Fähigkeit zur Selbstentäußerung" besteht, darin, auch anderen Raum zu lassen und sich auf das gemeinsame Spiel einzulassen, schließt er.

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