Dem biblischen Seeungeheuer Leviathan, das in Hobbes gleichnamigem Hauptwerk für die Allmacht des absolutistischen Staates steht, stellt der Autor in dieser Schrift, die aufgrund eines königlichen Druckverbots erst posthum erscheinen konnte, das Landungeheuer Behemoth aus der jüdischen Mythologie gegenüber. The Long Parliament bestand im Gegensatz zum Short Parliament, das nur 22 Tage, beginnend am 13. April 1640, tagte, offiziell von 1640 bis 1660. Dies ist die Periode, die Hobbes in seinem Behemoth behandelt. Während der Leviathan systematisch erarbeitet, welche Bedingungen für einen funktionierenden Staat erfüllt sein müssen, diskutiert der Behemoth die Gründe für den durch Aufruhr und Bürgerkrieg herbeigeführten Verfall des englischen Staates. Behemoth or the Long Parliament steht als Chiffre für Anarchie und Auflösung staatlicher Gewalt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2016
Otfried Höffe begrüßt, dass Thomas Hobbes' "Behemoth" dank dem Ideenhistoriker Peter Schröder nun wieder in einer verdienstvollen Studienausgabe erhältlich ist. Zwar vermisst der Kritiker hier ein Sachregister, lobt aber neben der ausführlichen Bibliografie das Namens- und Ortsregister. Zufrieden ist der Rezensent insbesondere mit Schröders lehrreicher Einleitung, die nicht nur die Editionsgeschichte und die literarische Form des "Behemoth" erläutert, sondern auch Hobbes primäre Intention, "dem Gefährdungspotential religiöser und politischer Ideologien" entgegenzutreten, beleuchtet. Auch wenn der Kritiker nicht immer mit Schröders Einwänden gegen die von Julius Lips vor neunzig Jahren vorgelegte Übersetzung einverstanden ist, kann er diese Ausgabe nur unbedingt empfehlen.
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