Was bedeutete Krieg für die Gesellschaft(en) der griechisch-römischen Antike und wie muss man sich Krieg und Kriegsführung vorstellen? Welche Rolle spielten die Krieger, die Soldaten? Im alten Griechenland waren es freie Männer, die mit ihren eigenen Waffen in den Krieg zogen. Auch bei den Römern waren es ursprünglich freie Bürger, die bei Bedarf für Rom kämpften. Mit zunehmenden Expansionsbestrebungen brach dieses System jedoch zusammen. Die logische Konsequenz war eine ständig unter Waffen stehende Armee: die Legionen, die über lange Zeit das Rückgrat des Römischen Imperiums bildeten.Doch Thomas Ganschow zeigt nicht nur, wie die Kriegsmaschinerie funktionierte, sondern auch wie die Zivilbevölkerung den Krieg erlebte, was er für sie bedeutete und wie sie Friedenszeiten wahrnahmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2007
Insgesamt zufrieden ist Rezensent Uwe Walter mit Thomas Ganschows knapper Monografie über den Krieg in der Antike, auch wenn er einige Kritikpunkte anzubringen hat. Aus dem eröffnenden Kapitel über Feindbilder im Mythos lernt er einiges über Barbarenbilder, antike Ethnografie und die Darstellung des Unterlegenen auf Denkmälern und Münzen. Allerdings hält er dem Autor hier auch vor, den Krieg in der Antike zu sehr von archetypischen Dualismen herzuleiten, statt auf die tatsächlichen Gründe der Kriegsführung einzugehen. Lobend äußert sich der Rezensent über die gut geschriebene Darstellung der Entwicklung von Kampfweisen und Waffengattungen, die durch Kästchen mit Hintergrundinformationen und Quellenzitaten aufgelockert würden. Dass die Argumentation nicht komplexer ausfällt, nimmt er dem Buch nicht übel, liege dies doch in der Natur solcher einführender Darstellungen. Dennoch scheint ihm bisweilen die logische Konsistenz nicht ganz gewahrt. Auch einige längst überholte Ansichten etwa über die angeblich seeunerfahrenen Römer werden zu seinem Bedauern wieder aufgewärmt.
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