Die Begriffe Universalität und Globalisierung sind heute in aller Munde, aber sie sind nicht neu, ihre Wurzeln reichen bis in die Antike, in den durch Hellenismus und das Römische Reich geschaffenen Kulturraum.
Der große Althistoriker Pedro Barceló entwirft, als Summe seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit der alten Welt, das Panorama der wichtigsten Faktoren der politischen, ökonomischen, sozialen und religiös-kultischen Entwicklungen der Antike. Dabei arbeitet er die prägenden räumlichen Begebenheiten und kulturellen und mentalen Konstanten heraus, die die antike Geschichte über zweitausend Jahre bestimmten: Welche überzeitlichen Mythen durchziehen die griechisch-römische Mittelmeerkultur? Welche gemeinsamen Vorstellungen von Göttlichem, von Herrschaft oder Feindschaft?
Denn es sind vor allem diese anthropologischen Phänomene, die den Kulturraum von Ägyptern, Griechen und Römern zu einem großen Ganzen machten, und die uns heute noch prägen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2019
Mit gemischten Gefühlen hat der hier rezensierende Althistoriker Uwe Walter dieses Buch seines Kollegen Pedro Barcelo gelesen. Die Mischung aus beschreibenden und narrativen Passagen, lebendigen Beispielen und biografischen Miniaturen verbucht der Kritiker als Gewinn, auch die offene Form dieses Überblickswerks zur römischen und griechischen Geschichte hat Walter gefallen. Barcelos Gegenüberstellungen, etwa von der wirtschaftlichen Genese Karthagos nach dem Hannibalkrieg mit dem Aufschwung der jungen Bundesrepublik, liest der Kritiker mit Interesse, dem humanistischen Ansatz Barcelos, die Antike als Vorbild für die zivilisatorische Entwicklung der nachfolgenden Epochen zu betrachten, widerspricht der Rezensent nicht. Fakten-Referate und Nominalstil erschweren dem Kritiker allerdings die Lektüre, auch das Fehlen eines Registers und einer Zeittafel moniert er.
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