Mit 10 Abbildungen. Alkibiades (451-404 v. Chr.) ist die wohl spektakulärste Figur in der Geschichte des spätklassischen Athen. In der Zeit des Peloponnesischen Krieges, in dem er mehrmals die Seiten wechselte und den Kriegsverlauf entscheidend beeinflusste, stellt er eine besonders markante Persönlichkeit dar. Stärker als irgendein Zeitgenosse repräsentiert dieser Prototyp eines den Rahmen der polis sprengenden Machtmenschen die Konflikte und Widersprüche seiner Epoche. Alkibiades stammte aus der aristokratischen Familie der Alkmeoniden, zu seinem politischen wie privaten Umfeld gehörten so herausragende Politiker wie Perikles, aber auch Künstler und Philosophen wie Sokrates. In seiner Person verbanden sich die Traditionen des herkömmlichen leaders und Staatsmanns mit dem neu aufkommenden Typus des redegewandten Volksführers zu einer Ausnahmeerscheinung, die schon seine Zeitgenossen teils fasziniert, teils abgestoßen hat. Herbert Heftner legt mit diesem Buch die erste Biografie des Alkibiades vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.05.2012
Nichts Negatives kann man in Johan Schloemannns Kritik der Alkibiades-Biografie von Herbert Heftner finden, denn der Rezensent attestiert dem Wiener Althistoriker, alles Bekannte und Relevante über den Athener Politiker und Feldherrn zu bieten. Allerdings spürt man deutlich, dass sich Schloemann ein bisschen mehr Schwung und Verve bei der Lebensbeschreibung dieser überaus schillernden Gestalt der Antike hätte vorstellen können, die der Rezensent am Beispiel von dessen wechselvollem Werdegang allein im Jahr 416 v. Chr. deutlich enthusiastischer evoziert.
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