Unser Sozialsystem benachteiligt Eltern, weil wir zwar Kinder brauchen, um es zu finanzieren, Kinder groß zu ziehen aber kaum honoriert wird. Arbeitgeber bevorzugen Kinderlose, dadurch ist Kinderlosigkeit gerade für gut ausgebildete Männer und Frauen ein attraktives Lebensmodell geworden. Kinderlose wiederum zahlen in den meisten Unternehmen mit Überstunden für die fehlgeschlagene Vereinbarkeitspolitik der vergangenen Jahre. So entsteht ein tiefer gesellschaftlicher Riss. Um ihn zu überbrücken, brauchen wir ein gerechtes, völlig umgestaltetes Sozialsystem - weg vom Generationenvertrag - und ein Umdenken in den Unternehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2017
Rezensentin Hannah Bethke kann nicht viel Gutes über dieses Buch sagen, in dem die beiden Journalistinnen Susanne Garsoffky und Britta Sembach einen "tiefen Riss" zwischen Eltern und Kinderlosen diagnostizieren. Während Kinderlose sonntags brunchen können und ökonomisch besser dastehen, müssen Eltern ständig ihren Sorgeverpflichtungen nachkommen, werden dafür aber auf persönlicher Ebene entlohnt, erfährt die Kritikerin bei den beiden Müttern. Gleichermaßen "schwarz-weiß" geht es weiter, informiert die Rezensentin, die hier etwa lesen muss, dass Frauen sich schon biologisch bedingt "gern kümmern" - ohnezu bedenken, dass es auch glückliche kinderlose Frauen geben mag, so Bethke. Und wenn die Autorinnen schließlich in "reißerischem" Ton darüber klagen, wie schlecht es Mütter hierzulande haben und zuguterletzt einen Aufschlag auf die Einkommenssteuer für Kinderlose fordern, meint die Rezensentin kopfschüttelnd: Wenn man keine Probleme hat, muss man sich eben welche machen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2017
Rezensent Johan Schloemann erfährt bei den Journalistinnen Susanne Garsoffky und Britta Sembach, wie tief der Riss zwischen Eltern und Kinderlosen wirklich ist. Das Debattenbuch macht ihn auf das von Vorwürfen und Triumphalismus geprägte Verhältnis aufmerksam und sucht nach Auswegen aus dem primär strukturellen Problem, der Unfähigkeit, Privatleben und Sozialpolitik zusammenzudenken. Das bedingungslose Grundeinkommen ist nur einer der konkreten Vorschläge im Buch, meint Schloemann.
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