Michael Maar

Die Glühbirne der Etrusker

Essays und Marginalien
Cover: Die Glühbirne der Etrusker
DuMont Verlag, Köln 2003
ISBN 9783832178482
Gebunden, 208 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Vierundzwanzig leichtfüßige Feuilletons versammelt "Die Glühbirne der Etrusker" - Rezensionen und Marginalien aus den Jahren 1999 bis 2002 sowie bisher unveröffentlichte Radioessays. Besprechungen von Martin Mosebach, Max Goldt oder Georg Klein stehen neben Porträt des Paares Vera und Vladimir Nabokov. Literarische Schätze finden sich in den Marginalien - neu gedeutete Erzählungen von Vladimir Nabokov und Henry James, eine Gegenüberstellung von Nietzsche und G. K. Chesterton oder Borges' Harvard-Vorlesungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2004

Einen "brillanten und großzügigen Kritiker" nennt Friedemar Apel den Essayisten Michael Maar, dessen Band "Die Glühbirne der Etrusker" ihm sichtlich Vergnügen bereitet hat. Maar liebt die Literatur so uneigennützig, schreibt der Rezensent, dass er sie nicht ändern will. Ob Borges, Chesterton, Thomas Mann oder Nabokov - er liebe seine Helden um so mehr, wenn er ihren kleinen Schwächen und Wunderlichkeiten auf die Spur komme. Die Zusammenhänge der Geistesgeschichte findet Maar nicht in abstrakten Kategorien, sondern in kleinen Geschichten, Randbemerkungen und Anekdoten, erklärt unser Rezensent, die schwierige Beziehung zwischen Adorno und Thomas Mann etwa mache er auf diese Weise "frappierend transparent". Apel charakterisiert Maar als "Virtuosen der Bewunderung", der, wenn es sein muss, auch hart und ungnädig sein kann - allerdings nur mit den "gnadenlos und unzivilisiert Stolzen" wie dem repressiven "Scheusal" Peter Hacks.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2004

Nichts in diesem Band ist nicht schon zuvor erschienen, aber das macht nichts, meint der Rezensent Martin Zingg, denn die Kritiken und kürzere Studien des Publizisten Michael Maars seien die Lektüre allemal wert. Auch wenn die Vorlieben Maars inzwischen bekannt sind - von Thomas Mann bis Vladimir Nabokov, von Gilbert K. Chesterton bis Nicholson Baker - die präzisen Beobachtungen von Text zu Text, die Aufmerksamkeit fürs Detail und das Ohr für literarische (oder, im Verhältnis von Adorno und Thomas Mann, auch philosophische) Echos, das alles zeichne den Autor aus. Das gilt für seine Anmerkungen zu Klassikern, so Zingg, aber auch für die - allerdings eher seltenen - Kritiken zu neueren Autoren. Die Einladung, Georg Kleins "Libidissi" zu lesen, sei jedoch überzeugend ausgefallen, die Empfehlung für das Werk Martin Mosebachs nicht weniger. Zing resümiert: "Immer lesenswert und oft gar köstlich".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.12.2003

Michael Maars literarische Betrachtungen zu lesen, verursacht dem Kollegen Yaak Karsunke mehr Spaß und weniger Beklemmungen als vorab von ihm vermutet. Auch wenn Karsunke nach eigenem Bekunden Maars rigorosem Kunstrichterspruch "Wenn Literatur gelingt, ist es Levitation" nicht unbedingt folgen mag. Immerhin verrät der Spruch, vermutet Karsunke, eine bedingungslose Liebe zur Literatur. Insofern ist es vielleicht logisch, dass Maar lieber lobt als verreißt, was für einen Literaturkritiker untypisch ist, wie Karsunke weiß. Maar habe eine besondere Gabe, schwärmt Karsunke, Motiven und Beziehungen zwischen einzelnen Büchern und Personen nachzugehen. Sehr beeindruckt hat ihn beispielsweise, wie Maar das schwierige Verhältnis von Thomas Mann und Theodor W. Adorno ergründet. Bloß der Beitrag über die Grimmschen Märchen hat Karsunke herb enttäuscht, weil Maar da vorgibt, etwas "neu" zu lesen, obwohl er zugleich sein Wissen nicht ignorieren könne.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2003

Michael Maar wird als der begabteste deutsche Literaturkritiker der jüngeren Generation gepriesen, weshalb Christoph Bartmann neugierig ist, wie er gesteht, diesen Superlativ zu überprüfen. Was kann so einer, was andere nicht können, fragt Bartmann. Der vorliegende Band enthält überwiegend Kritiken und Aufsätze Maars, die in den letzten drei Jahren in der Zeitschrift "Literaturen" erschienen sind, und als erstes stellt Bartmann fest, Maars Literaturkanon wirke wie ein "Investment-Portfolio", d.h. er enthält "viele konservative und nur ein paar spekulative Werte". Zu den konservativen Werten zählen Autoren wie Thomas Mann, die Gebrüder Grimm, Nabokov, Chesterton und Borges - damit begebe sich der Kritiker fraglos auf die sichere Seite, meint Bartmann. Er sieht auch "eine gewisse Artigkeit" und fast etwas Altkluges aus Maars Texten hervorlugen (der so jung nun auch nicht mehr ist, mit seinen 43 Jahren). Maar ist in seinen Augen ein "fast behaglich erzählender Kritiker", der an Verrissen nicht interessiert ist, dem es also um die Literatur geht, die er, philologisch versiert und feuilletonistisch gewitzt, so Bartmann, vorstellt. Maar ist schon einer, kommt der Rezensent auf seine Ausgangsfrage zurück, der, bei etwas mehr "Mut zur Gegenwart", auf dem besten Wege sei, auch der Beste zu werden.
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