aus dem Englischen von Hans Freundl und anderen. Nach dem 11. September 2001 erklärten die USA den "Krieg gegen den Terror". Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Geheimdienst CIA, der von der Regierung freie Hand für seine Operationen erhielt. Der Journalist Stephen Grey fand heraus, wie die CIA Terrorverdächtige systematisch in befreundete Länder verschleppt, wo von den USA überwachte Gefängnisse existieren und Häftlinge brutalen Verhören und Folter ausgesetzt werden. Die Arbeitsteilung hat Methode, denn diese Vorgänge entziehen sich in Ländern wie Syrien und Usbekistan der Kontrolle der Öffentlichkeit. Grey stützt sich für seine Darstellung auf die Aussagen von ranghohen amerikanischen Regierungs- und Geheimdienstmitarbeitern, von CIA-Agenten, Diplomaten und Geheimdienstlern verschiedener Länder sowie Betroffenen. Ihm liegen darüber hinaus geheime Unterlagen über die CIA-Flüge vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2006
Keineswegs reißerisch, vielmehr "solide" und "kühl" recherchiert ist für Rezensent Wilfried von Bredow diese Darstellung der systematischen Verschleppung von Terrorverdächtigen und ihrer Folter in diktatorischen Staaten. Auf bedrückende Weise mache Stephen Grey klar, dass so genannte Irrtümer wie im Falle des kanadischen Staatsbürgers Maher Arar keine Ausnahmen darstellen. Aber auch jenseits der moralische Frage habe sich das "Überstellungssystem" mit weltweitem Flugdienst ganz praktisch nicht bewährt, denn der CIA könne nicht zwischen richtigen und falschen Geständnissen unterscheiden, die unter Folter erpresst werden. Die ganze Anti-Terror-Politik, überlegt der Rezensent, sei auf die "schiefe Bahn" geraten, und die vermeintlichen Gegner des Terrorismus wohl seine "ungewollten" Gehilfen.
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