Das Verhältnis von Westen und Islam ist das große außenpolitische Thema unserer Zeit. In seinem neuen Buch beleuchtet der Islamexperte Bernard Lewis die Wurzeln dieses Konflikts auf verständliche Weise. Lewis macht deutlich, dass die Befindlichkeit der Muslime nur im Kontext der subjektiven Identität der Menschen im Nahen Osten und vor dem Hintergrund der Geschichte der Region richtig verstanden und bewertet werden kann. So stellt Lewis den Konflikt zwischen der islamischen Welt und dem Westen im Licht der historischen Zusammenhänge dar. Er zeigt, dass der islamische Terrorismus keineswegs die Sache einer isolierten Minderheit ist, sondern dass die Ressentiments gegen den Westen verbreitet sind und eine lange Geschichte der Erniedrigungen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2003
Udo Steinbach lobt zunächst, dass "der Ansatz des Buchs fairer" sei als bei zahlreichen anderen Publikationen, die 'den Islam' "als solchen für einen Problemfall halten, dessen einzige Reaktion auf die vom Westen angebotene Moderne Gewalt sei." Im weiteren zeigt der Rezensent sich dann allerdings enttäuscht darüber, dass das Buch nichts zu der Frage beitrage, wie sich verhindern lasse, dass "im Sinne des deutschen Titels der 'Konflikt weiter eskaliert'". Zufrieden wiederum zeigt sich Steinbach darüber, dass Lewis viel von "neuerer Geschichte" zu erzählen wisse, etwa von dem "von der CIA geförderten" Sturz der Regierung Mosaddegh in Teheran 1953, so dass der Leser "eine Ahnung" davon bekomme, "was die islamische Welt so zornig macht" und "von welcher Art die Winde sind, die antiwestlichen Ideologien und Aktivisten in die Segel geblasen haben." Steinbachs Gesamturteil daher: Dies Buch des "Nestors der angelsächsischen Islamwissenschaft" sei "lesenswert" und eben relativ fair. "Aber es bedarf einer Ergänzung."
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