Slavko Goldstein

1941 - Das Jahr, das nicht vergeht

Die Saat des Hasses auf dem Balkan
Cover: 1941 - Das Jahr, das nicht vergeht
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018
ISBN 9783100025371
Gebunden, 608 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem Kroatischen übersetzt von Marica Bodrozic. 1941 besetzten die Deutschen das Königreich Jugoslawien, in Kroatien übernahm die faschistische Ustascha die Macht. Slavko Goldstein erzählt von diesen Wochen und Monaten, die er selbst als Vierzehnjähriger erlebt hat. Fesselnd beschreibt er die Dynamik der Gewalt auf dem Balkan, die 1941 in Gang gesetzt wurde, als die Ustascha-Regierung hunderttausende Menschen, vorrangig aus der serbischen Bevölkerung, ermordete. Goldstein beschreibt die Ereignisse Tag für Tag, Woche für Woche, schildert die Schicksale zahlreicher Menschen, ob Täter oder Opfer, und versucht, ihre Motive zu verstehen, ohne vorschnell zu urteilen. Die Gewalt von 1941 prägte die Region auch nach dem Krieg, als den Tätern im Geheimen der Prozess gemacht, aber in der Öffentlichkeit geschwiegen wurde. Der Hass entlud sich schließlich 1991 erneut in ungeahnter Brutalität.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.04.2018

Laut dem Rezensenten Norbert Mappes-Niediek lohnt sich die Lektüre der 600 Seiten über Faschismus und Massenmord in Kroatien, die Slavko Goldstein mit "moralischer Präzision" argumentierend verfasst hat. Stellen, an denen das Menschliche ins Unmenschliche gleitet, die Dilemmata der Ustascha-Herrschaft bis 1945 und eigene Erlebnisse des Autors ergeben für den Rezensenten ein behutsam gezeichnetes Bild, frei von Empörung und Konstruiertheit. Wie der Autor seine Erzählung von den kommunistischen Säuberungen mit historischem Hintergrundwissen und Reflexionen anreichert, findet der Rezensent bemerkenswert.