Mit Abbildungen. Dem Faschismus geht es gut - er ist Meme, Konsumgut und Gefühlswelt geworden. Seine Gewaltträume und Männerfantasien finden im Netz ein perfektes Biotop. Rechte Agitator*innen schaffen marktfähige Gefühlsmuster, die von YouTube und den Parlamenten bis auf die Straße reichen. Sie bauen anziehende Gegenrealitäten - und gewinnen damit Wahlen, Follower und Publikum. Von GamerGate bis Halle, "großer Austausch" bis "Corona-Lüge" - Simon Strick untersucht die affektiven Strategien rechter Akteur*innen. Zahlreiche Analysen zeigen, wie sie Gefährdungsgefühle für Weiße und Männer populär und anschlussfähig machen: Dieser Faschismus spricht die Sprache der Risikogesellschaft und manipuliert effektiv demokratische Öffentlichkeiten. Distanzierung ist kein Mittel gegen diese rechte Gefühlsrevolution. Auf Rechte Gefühle muss kollektiv und affektiv geantwortet werden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.08.2021
Rezensent Ingo Arend hält das Buch des Medienforschers Simon Strick für die umfangreichste und klügste Darstellung des zeitgenössischen Faschismus und seiner Plattformen. Dass sich das Bild vom dumpfen Fascho längst überholt hat und einem "reflexiven" digitalen Faschismus Platz gemacht hat, illustriert der Autor laut Arend anhand von 15 "Screenshots", Strategien der digitalen Kulturkämpfer von rechts. Sichtbar werden für Arend die veränderten Anforderungen an die Wahrnehmung neuer rechter Strategien. Dass der Autor keine konkrete Gegenstrategie vorzulegen weiß, mindert für Arend nicht das Verdienst Buches.
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