Hamburger Ausgabe der Werke. Eine lesefreundliche Studienausgabe, alle Texte durchgesehen und mit den Originaltyposkripten und Erstdrucken verglichen. Jeder Band erhält einen ausführlichen Kommentar zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte.
Mit seinem Debüt "Es waren Habichte in der Luft" etablierte sich Siegfried Lenz 1951 mit einem Schlag als eine der großen Hoffnungen der deutschen Nachkriegsliteratur. Der Roman spielt kurz nach dem Ersten Weltkrieg im russisch-finnischen Grenzgebiet. Der finnische Dorfschullehrer Stenka wird nach dem politischen Umsturz von der Revolutionsregierung verfolgt. Er versucht, in die Anonymität des Untergrunds abzutauchen, aber seine Tarnungsmanöver werden von den Bewohnern des Grenzdorfes durchschaut. In seinem ersten Roman befasst Lenz sich mit der Erfahrung totalitärer Herrschaft, eines der wichtigsten Themen in seinem Werk.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2016
Siegfried Lenz' Erstlingsroman "Es waren Habichte in der Luft" macht den Auftakt der großen kommentierten, von Günter Berg und Heinrich Detering herausgegeben Lenz-Werkausgabe, verkündet Jochen Schimmang feierlich. Der Kritiker ist vollends glücklich: Einmal mehr bewundert er nicht nur Lenz' poetisch kraftvolle Naturbeschreibungen und die mit äußerster Präzision skizzierten Personen und Situationen, sondern staunt auch, wie es dem Autor gelingt, diese im finnischen Bürgerkrieg spielende, autobiografisch gefärbte Fluchtgeschichte so weit zu abstrahieren, dass er den Themen und Motiven Allgemeingültigkeit verleiht. Die wenigen Anfängerfehler verzeiht der Rezensent dem Autor gern; die Bibliografie und den reichhaltigen Apparat mit Kommentaren, Materialien und Dokumenten, die diese lesefreundliche Ausgabe abschließen, findet Schimmang brillant.
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