"Beim Schachspielen müssen wir ständig die Probleme lösen, die unser Gegner uns stellt. Das macht das Spiel so charmant. Denn wir hassen Probleme, aber wir lieben es, sie zu lösen." Sebastian Raedler beginnt eines Tages, aus Langeweile Onlineschach zu spielen - und sofort ist es um ihn geschehen. Das Schachspiel, geprägt von rücksichtslosem Kampf, gewieften Taktiken und der plötzlichen Schönheit gelungener Kombinationen, zieht ihn hoffnungslos in seinen Bann. Raedler, der in Cambridge und Harvard Philosophie und Politik studiert hat, fängt an, das Spiel und sein eigenes Spielen zu hinterfragen. Was ist dran an dieser Welt der 64 Felder, die mit ihrer spielerischen Poesie seit Jahrhunderten den menschlichen Geist betört und der weder Napoleon noch Einstein, weder Benjamin Franklin noch Samuel Beckett widerstehen konnten? Raedler nimmt uns mit auf eine Reise, die von den Frustrationen des Schachanfängers zu den spannendsten Momenten der Schachgeschichte führt. Er entdeckt dabei das Schachspiel als Spiegel unseres Lebens, in dem die Fehlerhaftigkeit des Denkens, die Freude am Rätsellösen und unser Bedürfnis nach Gemeinschaft gleichsam zum Vorschein kommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2020
Rezensent Alexander Armbruster lässt sich vom Philosophen Sebastian Raedler fürs Schachspiel begeistern. Das Meditative und Eskapistische des Spiels erschließt ihm der Autor ebenso wie das Deprimierende einer verlorenen Partie. Die Verbindungen, die der Essay zwischen Schach und Geschichte bzw. historischen Gestalten wie Napoleon oder Einstein herstellt, scheinen Armbruster augenöffnend. Raedlers "Liebeserklärung" ans Schach fordern laut Rezensent vom Leser allerdings ein Grundverständnis des Spiels, um die dargestellen "Stellungs-Diagramme" zu genießen, auch wenn der Autor durchaus mit der "Leichtigkeit des Begeisterten" schreibt.
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