Sabine Merta

Schlank!

Ein Körperkult der Moderne
Cover: Schlank!
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2008
ISBN 9783515092296
Gebunden, 421 Seiten, 29,50 EUR

Klappentext

"Mehr Menschen als das Schwert tötet der Fraß", meinte der griechische Arzt Galenus vor 2000 Jahren. Und er hat bis heute recht: Zu fettes Essen und Bewegungsarmut sind die größten Gesundheitsgefährdungen unserer Gesellschaft. Das Ideal unserer Zeit aber ist es, schlank zu sein. Der Boom von Diäten, Fitnessgurus und Ernährungsratgebern legt davon Zeugnis ab. Die schlanke Linie entscheidet mit über gesellschaftliche Anerkennung und beruflichen Erfolg, und der Kult um die Figur prägt unser Bewusstsein bis hin zu Ernährungsstörungen. Sabine Merta geht diesen Widersprüchen nach und findet den Ursprung der modernen Körperästhetik in der Lebensreformbewegung um 1900, die Schlanksein zum Sinnbild eines Lebensstils überhöhte: Weit mehr als nur um den Gedanken an die Gesundheit ging es bei der neuen Beschäftigung mit dem Körper um die Umgestaltung ganzer Lebensbereiche von der Kleidung und Erziehung bis hin zur Sexualmoral.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.12.2008

Wolfgang U. Eckart begrüßt Sabine Mertas Buch über den Schlankheitskult der Moderne. Dass das Buch die Neuauflage von Mertas Dissertation unter einem neuen Titel und einer ansprechenden Aufmachung ist, stört ihn nicht, im Gegenteil, er empfindet es als Gewinn, schließlich seien "unscheinbare Dissertationsreihen" oft die "Massengräber der Gelehrsamkeit". Er findet in der Studie eine profunde historische Darstellung der Wurzeln der herrschenden Körperästhetik und des Mythos der Schlankheit in der Lebensreformbewegung um 1900, die Schlanksein zum Lebensstil überhöhte. Dabei schätzt er das Buch als ebenso "gelehrt" wie "charmant".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2008

Ordentlich geärgert hat sich Rezensentin Gesine Hindemith über Sabine Mertas Sachbuch "Schlank! Ein Körperkult der Moderne". Genauer gesagt, rührt ihr Ärger nicht so sehr vom Buch selbst oder seinem Inhalt her, sondern von dem Umstand, dass der Franz Steiner Verlag dasselbe Buch unter anderem Titel und mit anderer Aufmachung bereits seit 2003 anbietet, nämlich Mertas Dissertation "Wege und Irrwege zum modernen Schlankheitskult. Diätkost und Körperkultur als Suche nach neuen Lebensstilformen 1880-1930". Nun hat sie grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, wenn ein wissenschaftliches Werk einem breiterem Publikum schmackhaft gemacht werden soll. Aber nur, wenn sich ein Verweis auf die ursprüngliche Arbeit findet. Diesen vermisst die Rezensentin in vorliegendem Fall. Bei "Schlank! Ein Körperkult der Moderne" handelt es sich in ihren Augen auch nicht um eine "grundlegende Neubearbeitung", wie ihr der Verlag erklärt hat, sondern lediglich um eine kräftig gekürzte Version des Originals. So fehlen ihr nicht nur Kommentare in den Fußnoten, sie kritisiert auch das veraltete Literaturverzeichnis. Von der "akribischen und detailreichen Ausarbeitung" der Dissertation Mertas findet sie in der vorliegenden Ausabe nichts mehr. "Der Verlag zieht es unredlicherweise vor", so ihr Fazit, "Geschichte im Handtaschenformat anzubieten, veraltet und fehlerhaft."