Klappentext

Ohne Hans Scholl hätte es die Weiße Rose nicht gegeben. Aber wie kam der 23-Jährige dazu, sein Leben im Kampf gegen Hitler zu riskieren? Robert Zoske zeichnet auf der Grundlage von bisher unbekannten Dokumenten ein neues, faszinierendes Bild von einem jungen Mann, den der Heroismus des Nationalsozialismus ebenso anzog wie eine naturmystische Frömmigkeit, dessen Freiheitsdrang aber seine größte, kompromisslose Leidenschaft war. "Ganz leben oder gar nicht!", notierte Hans Scholl, und es ist erstaunlich, welche Erfahrungen sich in seinem kurzen Leben verdichten. Während er zum Fähnleinführer in der Hitlerjugend aufstieg, leitete er eine verbotene Jugendgruppe, die abenteuerliche Fahrten unternahm und verpönte Schriftsteller las. Er liebte Jungen und Mädchen, schrieb Gedichte und Erzählungen. Als Medizinstudent interessierte er sich vor allem für Philosophie und erlebte als Sanitätssoldat das Grauen an der Front. Er war mit Künstlern und Schriftstellern befreundet, verehrte Stefan George und zunehmend Thomas Mann. Robert Zoske zeigt, wie sehr dessen Rundfunkansprachen die Flugblätter der Weißen Rose beeinflussten, die Hans Scholl verfasste und zusammen mit seinen Mitstreitern verbreitete. "Es lebe die Freiheit", waren seine letzten Worte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2018

Erstklassig findet die hier rezensierende Historikerin Sybille Steinbacher diese Hans-Scholl-Biografie, für die der evangelische Theologe Robert M. Zoske Selbstzeugnisse aus dem Nachlass von Hans Scholl sichten konnte. Von Scholls Homosexualität und seiner frühen flammenden Begeisterung für die Bündische Jugend um Eberhard Koebel liest die Kritikerin hier ebenso wie sie von Scholls Passion für Stefan George und seiner Sehnsucht nach Christus erfährt. Dass in diesem "differenzierten", auch das Private beleuchtenden Porträt eines empfindsamen und zugleich fanatischen jungen Mannes auch dessen frühe Gedichte abgedruckt sind, lässt die Rezensentin gern darüber hinweg sehen, dass die größeren historischen Zusammenhänge bei Zoske ein wenig zu kurz kommen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.01.2018

Cord Aschenbrenner erfährt eine Menge Neues über Hans Scholl aus Robert M. Zoskes Buch. Über Scholls geistige Wurzeln, seine Prägungen und seine Wendung vom Hitlerjungen zum unangepassten Schwärmer und schließlich zum Widerständler vermag der Autor den Rezensenten anregend, detailreich, präzise und kenntnisreich zu informieren. Der Wendepunkt, Scholls Anklage wegen Homosexualität, leuchtet Aschenbrenner nach der Lektüre ein, und das Bild Scholls scheint ihm vollständiger geworden.
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