Klappentext

8 CDs mit 582 Minuten Laufzeit. Dass der Kampf gegen Hitler-Deutschland nicht nur mutig war, sondern oft auch große Unterhaltung, ist hier erstmals in Reden, Liedern, Hörspielen und Kabarettsendungen zu hören, mit denen viele Schriftsteller und Künstler Widerstand leisteten. Die Grußsendungen mit deutschen Kriegsgefangenen waren so beliebt, dass sie tagsüber ausgestrahlt wurden und die Hörer hohe Zuchthausstrafen oder sogar ihr Leben riskierten. Völlig vergessen sind auch die sogenannten "Geisterstimmen" aus Moskau, die auf derselben Frequenz wie die deutschen Nachrichten sendeten und diese mit Zwischenkommentaren begleiteten. Sachkundig führt uns Hans Sarkowicz in die Welt der alliierten Propaganda ein, die ganze Geheimsender als deutsche Soldatensender tarnte. Hörbar gemachte Mediengeschichte, wie sie spannender nicht sein kann! Mit Beiträgen von Thomas und Golo Mann, Lotte Lenya, Friedelind Wagner (der Enkelin von Richard Wagner) u. v. a. (8 CDs, Laufzeit: 9h 42)

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.02.2017

Sylvia Prahl lauscht den 8 CDs von Hans Sarkowiczs Feature mit Spannung. Den in der Gegenüberstellung sichtbaren Kontrast zwischen deutscher Propaganda und den Gegenstimmen von Ernest Hemingway, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger oder Bert Brecht auf ausländischen Radiostationen findet sie frappierend, beeindruckend und erschreckend zugleich. Die von Sarkowicz im Deutschen Rundfunkarchiv gehobenen Ton-Schätze bekommen durch die Montage und die beigegebenen Informationen über Senderstrukturen und Hintergründe einen besonderen Glanz, meint Prahl. Ein erhellendes Stück Rundfunkgeschichte, findet sie, und ein ebenso aufschlussreicher Blick auf die gesellschaftspolitische Verfasstheit der westlichen Welt zwischen 1930 und 1945.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016

Rezensent Wolfgang Schneider findet auf faszinierende Weise Geschichte und Mediengeschichte miteinander verbunden in diesen von Hans Sarkowicz in jahrelanger Recherchearbeit zusammengestellten Hörbuch. Für Schneider eine spannende Mediengeschichte des Widerstands, eine akustische Zeitreise in den Radiokrieg. Die von Sarkowicz gesammelten Originaltöne, Reden, Lieder, Sketche und Hörspielausschnitte, versehen mit den Erläuterungen des Herausgebers, bieten dem Rezensenten nicht nur Einblicke in eine spezifische affektgeladene Rundfunkästhetik a la Thomas Mann und Bert Brecht, sondern auch in die Dynamik der Kriegsropaganda, etwa am Beispiel von Hitlers Sportpalastrede.
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