Aus dem Amerikanischen von Michael Müller, Susanne Kuhlmann-Krieg. "Die CIA hat in den 90er Jahren dichtgemacht." Das ist das bittere Fazit eines Mannes, den Experten für einen der besten CIA-Agenten im Nahen Osten halten. Robert Baer, der 1997 seinen Abschied einreichte, spricht fließend arabisch, persisch und einige Dialekte und hat viele Jahre in Beirut und anderen Städten des Nahen Ostens gelebt. Seine Erinnerungen an 21 Jahre im Dienst der Agency werfen ein beängstigendes Bild auf deren innere Strukturen und haben in Amerika für Furore gesorgt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2002
Verwundert reibt sich Volker Foertsch, einst hochrangiger Beamter des BND, die Augen, warum die CIA diese flammende Polemik ihres einstigen Mitarbeiters hat durchgehen lassen. Der lässt nämlich kaum ein gutes Haar an der Arbeit der Agentur: das Desinteresse an Afghanistan Anfang der 90er Jahr wird genauso gebrandmarkt wie die dilettantischen Aktionen im Irak. Und Baer weiß, wovon er spricht, von 1976 bis 1997 war er in Diensten der CIA, in Indien und Beirut, in Paris und im Irak. Zwar ist seine Selbstdarstellung als weltgewandter Superheld, kritisiert Foertsch, mitunter kaum erträglich, vor allem aber seine Schilderungen aus dem Beirut zur Zeit des Bürgerkriegs findet er "instruktiv und dicht". Das ganze ist fraglos, so Foertsch, ein parteiisches Buch, aber gerade die Überzeichnung wirke oftmals verdeutlichend. Und dass die CIA das durch die Zensur gehen ließ, deutet er - nachdem er sich zwischendurch gefragt hat, ob es sich einfach um "Zynismus" handelt - zuletzt als "gutes Zeichen von Toleranz, Meinungsfreiheit und demokratischer Kultur".
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