Riad Sattouf

Der Araber von morgen

Eine Kindheit im Nahen Osten. Band 2 (1984 - 1985)

Klappentext

Aus dem Französischen von Andreas Platthaus. Nach den Sommerferien kehrt der kleine blonde Junge mit seiner Familie nach Syrien zurück, um dort zur Schule zu gehen und ein richtiger Araber zu werden - wie sein Vater. Schon der erste Band der mehrteiligen, gezeichneten Erzählung über seine Kindheit zwischen arabischer und westlicher Welt wurde ein internationaler Erfolg und hymnisch gefeiert, von Kritik, Lesern und Schriftstellerkollegen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2016

Rezensent Christian Gasser hat größten Respekt vor Riad Sattouf. Wie der Comic-Autor, der auch für "Charlie Hebdo" zeichnete, in diesen beiden ersten Bänden seiner autobiografischen Graphic Novel seine Kindheit in Syrien unter dem Regime Assads veranschaulicht, findet der Kritiker schlicht genial: Egal, ob Sattouf die Spannungen zwischen seinem wankelmütigen, aber konservativ-patriotischen Vater und seiner französischen Mutter bebildert oder sich an die eigenen Erfahrungen mit antisemitischen Anfeindungen auf dem Schulhof erinnert - nie verlässt Sattouf die kindlich-naive Perspektive, lobt der Rezensent. Insbesondere aber bewundert Gasser den unbedingten und im besten Sinne unangebrachten Witz des Autors, dessen Werk bedeutend zum Verständnis der aktuellen Situation in den arabischen Ländern beitrage.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.05.2016

Riad Sattoufs Comic-Autobiografie "Der Araber von morgen" ist vor allem so spannend und aufschlussreich, weil Sattouf seine Kindheit weder verklärt noch dämonisiert, erklärt Rezensent Tobias Lehmkuhl. Aus der naiv-ehrlichen Perspektive des Kindes beschreibt er seinen herrischen, durchaus gewaltbereiten Vater, prügelnde Lehrer, die mal mit, mal ohne Stock zuschlagen, mitunter also Gepflogenheiten, die hierzulande die Ängste einiger Menschen schüren könnten, fasst der Rezensent zusammen. Besser wäre es, sie, wie Sattouf, als Realität zu akzeptieren, die ihren Weg über jede Grenze findet, meint Lehmkuhl. Man müsse einfach lernen, irgendwie damit umzugehen

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.03.2016

Elise Graton liest den Fortgang von Riad Sattoufs Comic-Autobiografie mit Begeisterung. Was der kindliche Erzähler anno 1984 in Syrien erlebt, Einschulung, Prügel, Alltag in einem syrischen Dorf, scheint ihr mit großer Aufrichtigkeit in diesem Band niedergelegt. Die kindliche Perspektive sorgt für Humor, meint Graton, da sie die Widersprüche des Lebens unter dem Assad-Regime offenlegt, den Fortschrittsoptimismus und die tatsächliche Rückständigkeit etwa. Vor allem die schwierige Beziehung zum Vater scheint ihr von Sattouf ungeschönt wiedergegeben zu werden. Graton ist schon gespannt auf den nächsten Band.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.02.2016

Großes Lob von Rezensent Alex Rühle für den zweiten Teil von Riad Sattoufs Comicautobiografie "Der Araber von morgen". Dass die Graphic Novel in nur zwei Farbtönen von einer Kindheit im Syrien der Achtzigerjahre erzählt, klingt zwar zunächst wenig mitreißend, meint der Kritiker: Durch die kindlich-subjektive Perspektive, konsequent aus der Untersicht gezeichnet, entfaltet die Geschichte aber eine derartig bedrohliche Kraft, dass der Leser sofort in den Bann gezogen wird, verspricht Rühle. Und so taucht er fasziniert in die gelegentlich mit grausam-groteskem Humor erzählten Anekdoten einer Kindheit in Syrien, in welcher der kleine blonde Riad laut antisemitische Parolen schreien muss, um nur ja nicht für einen Juden gehalten zu werden oder in der die Cousine, die ihm kurz zuvor das Zeichnen beibringt, still und folgenlos von der Familie ermordet wird. Dieses Buch hält dem Vergleich mit Marjane Satrapis "Persepolis" stand, versichert der Kritiker.
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