Shirin wollte gerade ihr Abitur abschließen und bald ihr Studium aufnehmen, als die IS-Terroristen in ihr Dorf einfielen. Die bärtigen Besatzer rissen das junge Mädchen aus den Händen ihrer Familie. Zusammen mit den anderen unverheirateten Frauen und Mädchen des Dorfes wurde sie entführt, mehrfach als Braut verkauft und als Sex-Sklavin gehalten. Shirins Leidensweg ist ebenso schwer vorstellbar wie die abenteuerliche Geschichte ihrer Flucht, die ihr schließlich mithilfe des neunten Mannes gelingt, an den sie weitergegeben wird. Ein erschütternder Bericht über die IS-Gräuel und das Schicksal einer mutigen jungen Frau. Shirin ist heute 19 Jahre alt. Mit anderen schwer traumatisierten Jesidinnen kam sie nach Deutschland und lebt im Rahmen eines speziellen Flüchtlingsprojekts in Baden-Württemberg. Ihre Geschichte erzählt sie mithilfe der Journalistin Alexandra Cavelius: ihre Erfahrungen als Sklavin, das Leben im IS-Staat und ihre Flucht aus dieser Hölle, die mit Unterstützung eines deutschen Hilfsprojekts für Traumaopfer endet. Das Buch lässt ihre Alpträume ebenso lebendig werden wie ihre Hoffnungen. Sie erzählt, was sie sich heute vom Leben wünscht und wie sie trotz ihrer grausamen Erinnerungen aufrecht in die Zukunft schaut. Von sich selbst sagt sie: "Was auch immer passiert ist, ich bleibe eine Tochter des Lichts."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2016
Lena Bopp zeigt sich tief berührt von drei Büchern (Farida Khalaf, Andrea C. Hoffmann: "Das Mädchen, das den IS besiegte", Shirin mit Alexandra Cavelius und Jan Kizilhan: "Ich bleibe eine Tochter des Lichts", Jinan mit Thierry Oberlé : "Ich war Sklavin des IS"), in denen drei vom "Islamischen Staat" entführte und versklavte Jesidinnen, die inzwischen in Sicherheit leben, von ihrem Martyrium in den Händen der Terroristen berichten. Bopp erfährt über die Strategien des IS, ihre Organisation und, bis zur Unerträglichkeit genau, über ihre skrupellose Gewalttätigkeit, deren Verbrechen gegen die Menschlichkeit nichts Spontanes haben, sondern planvoll organisiert sind. Doch sie lernt auch drei starke Frauen kennen, denen mit Unterstützung von Helfern schließlich die Flucht gelingt. Darüber hinaus informieren die teils kämpferisch tönenden Berichte und auch die Texte der Ko-Autorinnen die Rezensentin über das Schicksal der Jesiden und das Problem der Ehre, sowie darüber, dass sich das Wertesystem der Jesiden in dieser Hinsicht langsam zu wandeln beginnt.
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