Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines VatersMotte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,…

Rudolph Chimelli nennt diese Geschichte der Araber lesenswert, doch macht er auch etliche Kritikpunkte fest, die recht gravierend erscheinen. Positiv rechnet er dem Historiker Eugene Rogan an, dass er die Hintergründe der aktuellen Revolten in der arabischen Welt gründlich analysiert und auch mit unbequemen Wahrheiten nicht hinterm Berg hält, etwa dass bei Wahlen immer die Partei am besten abschneide, die den USA am feindlichsten gesinnt sei. Auch wie Rogan den Nahost-Konflikt mit dem ungerechten Teilungsplan der UN begründet, findet Chimellis Zustimmung. Negativ zu Buche schlägt in den Augen des Rezensenten dagegen die Entscheidung, diese Geschichte der arabischen Welt mit der osmanischen Eroberung beginnen zu lassen, also zu dem Zeitpunkt, als die Araber aufhörten "selbstständig handelnde Akteure der Geschichte zu sein". Die achthundert Jahre, in denen die Araber ihr Weltreich eroberten und zur Blüte führten, tauchen nicht auf. Zweifel äußert Chimelli auch am Begriff der Araber sowie an der Entscheidung, kein Wort über "Poesie, Literatur, Musik oder Küche" zu verlieren.