Mit einem Vorwort von Fritz Pleitgen. Im vorrevolutionären Kiew 1912 geboren und 1997 in Köln gestorben, war Lew Kopelew einer der grossen Brückenbauer zwischen der russischen und der deutschen Kultur. Er war Kommunist, Germanist und Frontsoldat der Roten Armee. Als Gulag-Häftling war er mit Solschenizyn befreundet, von dem er sich später entfremdete. In dem wechselvollen Leben Kopelews spiegelt sich das zerrissene 20. Jahrhundert. Ab 1980 lebte er im unfreiwilligen Exil in Deutschland und wurde zu einer bedeutsamen Figur im bundesdeutschen Geistesleben. Der enge Freund Heinrich Bölls und Marion Gräfin Dönhoffs setzte sich unermüdlich für Verständnis und Aussöhnung zwischen Ost und West ein. Daran orientiert sich auch sein autobiografisches und wissenschaftliches Werk. Kopelew trug massgeblich zur Differenzierung des deutschen Russlandbildes bei und wurde so zu einem Dolmetscher zwischen den Nationen. Reinhard Meier, der ihn gut kannte und Zugang zum Privatarchiv hat, zeichnet erstmals das farbige Bild des großen Humanisten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.06.2017
Rezensent Ulrich M. Schmid freut sich über Reinhard Meiers vorbildlich recherchierte und durchgehend respektvolle Biografie des russischen Schriftstellers und Publizisten Lew Kopelew. Gebannt folgt der Kritiker den Schilderungen des ehemaligen Moskauer und Bonner NZZ-Korrespondenten, der Kopelew auch persönlich begegnete: Er liest hier nicht nur, wie der in Kiew geborene Kopelew an der ukrainischen Hungersnot von 1932/33 mitschuldig wurde und nach dem Vorwurf des Trotzkismus zu einer zehnjährigen Arbeitsstrafe im Gulag verurteilt wurde, sondern erfährt auch, weshalb der Humanist sich später vom Sowjetkommunismus abwandte und warum die Freundschaft zwischen ihm und Alexander Solschenizyn zerbrach. Nicht zuletzt erhält der Rezensent hier interessante Einblicke in die Untersuchungen deutsch-russischer Wechselbeziehungen, denen sich der philologisch bewanderte Kopelew in den letzten Lebensjahren widmete.
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