Klappentext
Aus dem Russischen von Mark Heyer. 2021 führte die Journalistin und Filmemacherin Elena Yakovich ausführliche Interviews mit der dritten Ehefrau von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), die ihm in seinen letzten dreizehn Lebensjahren eine wichtige Stütze und kreative Partnerin war. Aus dem Material des 2022 veröffentlichten Films entstand dieses eindrückliche Buch. Irina Antonowna Schostakowitsch berichtet von den Lebensumständen des Eheepaars zur Sowjetzeit, von persönlichen Erlebnissen und Begegnungen - etwa mit Benjamin Britten, Anna Achmatowa, Andrei Sacharow oder Alexander Solschenizyn - aber auch von politischen Repressalien. Im Fokus stehen weiterhin der Entstehungsprozess der dreizehnten Symphonie "Babi Jar" oder Igor Strawinskys Besuch in Moskau.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2025
Tief beeindruckt ist Rezensent Gerald Felber von den Erinnerungen Irina Schostakowitschs und der "erschütternden Lakonie", die diese Lektüre prägt. Aus scheinbar beiläufigen Alltagsdetails entstehe ein atmosphärisch dichtes Bild der letzten dreizehn Lebensjahre Dmitri Schostakowitschs und zugleich einer "bleiernen Zeit", in der Hoffnung rar war. Dabei gehe es weniger um neue Fakten als um einen besonderen Blickwinkel: ein Bündnis "zu zweit", getragen von Vertrauen und Liebe, gegen ein "einengendes, manchmal feindliches Umfeld", so der Kritiker. Besonders eindringlich sei das erste Drittel mit den Erinnerungen an Krieg und Leningrader Blockade, völlig "pathosfrei" erzählt, erfahren wir. Ergänzt durch seltene Fotos und in den historischen Kontext einordnende Kommentare der Herausgeberin entfalte der Band eine große Suggestivkraft und wirke als stiller Einspruch gegen historisches Vergessen rund um die Sowjetdiktatur.
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