Philippe Blasband

Zalmans Album

Roman
Cover: Zalmans Album
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783100071101
Broschiert, 250 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Mit Zalman und Lea fängt sie an - die Geschichte einer bemerkenswerten, zerstrittenen und doch seltsam einigen jüdischen Familie, die sich zwischen Polen und Belgien und zwischen den Eckpunkten unseres Jahrhunderts abspielt. Diese Rabinovitchs schlagen und vertragen sich wie jede Familie, beäugen einander mißtrauisch, gehen sich aus dem Weg - und halten doch wie Pech und Schwefel zusammen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000

Um das Leben einer jüdischen Familie geht es hier, schreibt Elke Schubert, und um das, "was ihr im 20.Jahrhundert passieren" konnte: "Antisemitismus, Pogrome, Auswanderung und Scheitern in Palästina, Internierung und Tod in den Gaskammern". Im Moment seines Sterbens erzählt der alte Èlie die Geschichte, kommen alle Stimmen seiner Familienmitglieder noch einmal vor und die "Beschädigungen" werden deutlich. Verdrängung hat nicht geholfen, "die Lücken werden mit Lügen gestopft", keiner ist glücklich. Wer das Familienalbum durchblättert stößt nur auf schuldlos erlittenes Leiden... Etwas routiniert kommt einem das einschlägige Vokabular vor, in dem Elke Schubert über dieses Buch schreibt. Immerhin ein Hinweis auf das Wie: jeder erzählt "in der ihm eigenen Sprache seine Version" der Geschichte. Da sollte doch solches Routine-Vokabular, wie es die Rezensentin benutzt, sich eigentlich von selbst verbieten...
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2000

Thomas Laux zeigt sich beeindruckt von der "ansprechenden Übersetzung" und dem "leichthändig, ja souverän" dirigierten Chor der verschiedenen Stimmen aus Philippe Blasbands polyphon komponierten Roman "Zalmans Album". Dreizehn jeweils in eigener Sache vorgetragene Biographien ergeben ein kaleidoskopähnliches Portrait einer jüdischen Familie im 20. Jahrhundert, tatsächlich auch anhand von Photos präsentiert, ein Suchbild, das immer wieder sich verschiebt, verwackelt, widerspricht. Was "Lüge oder Erfindung" ist, muss der Leser selbst herausfinden, schreibt der Rezensent. Das sei vergnüglich und erinnert Thomas Laux gelegentlich an die Romane von Philip Roth, da auch Blasbands Geschichten "komische und selbstironische Momente" aufweisen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2000

Scheinbar hat man es bei dem Album mit einer "Herausgeberfiktion" zu tun: Dreizehn Personen einer jüdischen Familie erzählen nacheinander ihre Lebensgeschichte. Jakob Hessing lobt die "ungewöhnliche Erzählstruktur", warnt aber auch gleich, dass der Sache nicht nicht ganz zu trauen ist. Denn die Herausgeber berichten sogar über ihren eigenen Tod. Wie kann das sein? Die zentrale Aussage des Romans sei "die Existenz auf der Grenze von Sein und Nichtsein", schreibt Hessing. Auschwitz sei die eine große Bruchstelle in dieser "Chronik des zwanzigsten Jahrhunderts", die andere das Computerzeitalter, als dessen Vertreter die Enkel auftreten. "Sind die Erzähler dieses Albums eine Ausgeburt der virtuellen Welt, in der die Urenkel leben?" fragt daraufhin ein etwas verwirrter Hessing.
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