Aus dem Polnischen von Rozwita Brodowskaja. "Der Weg in die Freiheit führt von hier nur durch den Schornstein!" Mit diesen Worten werden die ersten 759 polnischen Häftlinge empfangen, die im Juni 1940 nach Auschwitz kommen. Unter ihnen befindet sich der 19-jährige Jerzy Bielecki, der die Häftlingsnummer 243 erhält. Schon unmittelbar nach seiner Ankunft weiß er, dass er im Vorhof der Hölle gelandet ist, denn gleich in den ersten Wochen fallen zahllose Gefangene den Quälereien und Grausamkeiten der Wachmannschaften zum Opfer. Dennoch gelingt es Bielecki, die Torturen zu überstehen. Er lernt die Tricks, sich in der Welt des KZs zu behaupten, wird in verschiedenen Lagerbereichen und schließlich in einem Arbeitskommando in der Getreidemühle unweit des Lagers eingesetzt. Dort begegnet er der jungen Cyla, der einzige Überlebenden einer wohlhabenden polnisch-judischen Familie. Zwischen den beiden entsteht eine zarte Liasion. Doch als Judin hat Cyla kaum Aussichten, lebend davonzukommen. Denn ungeachtet der näher rückenden Roten Armee läuft die Vernichtungsmaschinerie der SS im Sommer 1944 auf Hochtouren. Da beschließt Jerzy, gemeinsam mit ihr die Flucht zu wagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2009
Der Autor trifft den richtigen Ton. Sabine Doering bewundert die Nüchternheit und Lakonie, mit der Jerzy Bielecki in seinen Memoiren seine Zeit in Auschwitz schildert. Bieleckis Erinnerungen an Willkür und Gewalt, aber auch an eine Liebesgeschichte und die spektakuläre Flucht verdichten sich für Doering unausweichlich zu einer bedrückenden Lektüre. Doering vergleicht sie mit den Büchern von Primo Levi und Ruth Klüger. So wohltuend sie den Kontrast zu sentimentalen Fiktionalisierungen des Holocaust empfindet, so verwundert zeigt sie sich darüber, dass es gut 20 Jahre gedauert hat, bis dieses Buch auf Deutsch erscheinen konnte.
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