Pedro Barcelo

Constantius II und seine Zeit

Die Anfänge des Staatskirchentums
Cover: Constantius II und seine Zeit
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004
ISBN 9783608940466
Gebunden, 276 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Constantius II., Sohn und Nachfolger des legendären römischen Kaisers Constantin der Große, lenkte etwa 25 Jahre lang die Geschicke des Römischen Reiches. Er vermochte sich gegen zahlreiche Widersacher durchzusetzen, stieß wichtige innenpolitische Reformen an, verteidigte die Grenzen an Rhein, Donau und Euphrat erfolgreich gegen Einfälle fremder Völker und förderte wie sein Vorgänger die christliche Glaubenslehre, die sich unter seiner Regierung als offizielle Religion des Imperium Romanum verfestigte. Er war der letzte Kaiser, der eine wirksame Herrschaft über das gesamte Römische Reich (Ost und West) ausübte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2004

Rezensent Friedemann Voigt findet "interessante" Aspekte in Pedro Barcelos Studie über den "verkannten Kaiser" Constantius II., der von 337 bis 361 n. Chr. das römische Reich regierte. Kirchen- und religionspolitische Themen sind das Zentrum der Studie, da, wie Rezensent Voigt weiß, die wesentliche "Formationsepoche des kirchlichen Christentums" in die Herrscherzeit von Constantius II., dem Sohn von Konstantin, fällt. So werde hier auch der politische Hintergrund damaliger Religionsstreitigkeiten deutlich, zum Beispiel in Constantius' Bevorzugung der religiösen Partei der Arianer, deren Lehren dem Kaiser einen "sakralen Rang" hätten verschaffen können. Auch wenn sich die Arianer nicht durchsetzen konnten, so sei laut Voigt dennoch Constantius' Konzept des "Imperator Christianissimus" das "Zukunftsmodell" römischen Kaisertums geworden. Ansonsten lobt Voigt Barcelos Buch als faktenreich trotz der "wenig ergiebigen Quellenlage".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2004

Weder Constantius II. noch seine Zeit lernt man bei der Lektüre richtig gut kennen, findet Werner Eck. Zugegeben: Für das eine der beiden Projekte, die Biografie, sei die Quellenlage wahrscheinlich zu schlecht - es ist wenig Material überliefert, und wenn, dann stammt es meist aus der Feder ein und desselben zeitgenössischen Historikers, Ammianus, und der war Constantius gegenüber voreingenommen. Dennoch: Auch wenn man Pedro Barcelo diese ungünstigen Voraussetzungen zugute hält, hat er nach Ansicht des Rezensenten wenig überzeugend gearbeitet. Das betreffe vor allem den zweiten Teil der gestellten Aufgabe, die Einbindung der Person des spätrömischen Kaisers in den Kontext seiner Zeit. Eck kritisiert insbesondere die kleinteilige Vorgehensweise des Potsdamer Historikers, die zur Folge habe, dass Grundsätzliches - "etwa Constantius' Verhältnis zur Aristokratie, zum Heer, zu seinen Verwandten, zur christlichen Kirche, zu anderen Religionen - im jeweils Speziellen untergehe. So entstehe zwar eine detailreiche Studie, aber leider kein "differenziertes und doch klares Bild dieses Herrschers". Vielleicht, so der Rezensent abschließend, hätte ja eine "strafferes Lektorat" geholfen.
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