Hartwin Brandt

Konstantin der Große

Der erste christliche Kaiser. Eine Biografie
Cover: Konstantin der Große
C. H. Beck Verlag, München 2006
ISBN 9783406540585
Gebunden, 208 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit 19 Abbildungen und Karten. Vor 1700 Jahren - am 25. Juli 306 n. Chr. - wird Konstantin, der Sohn des gerade verstorbenen römischen Kaisers Constantius Chlorus und einer Stallmagd, von den Truppen im englischen York zum neuen Kaiser ausgerufen. Bei diesem Vorgang handelt es sich um einen veritablen Staatsstreich: Die fein austarierte politische Ordnung des römischen Imperiums bricht zusammen, und die folgenden Jahre sind durch blutige Kämpfe zwischen verschiedenen Thronprätendenten gekennzeichnet. Hätte Konstantin ebenso wie all die anderen im Verlauf dieser Kriege sein Leben gelassen, so wäre er eine der vielen Randfiguren der römischen Kaisergeschichte geblieben. Aber er siegte und führte seinen Erfolg auf einen neuen Gott zurück, den er mit dem Gott der Christen identifizierte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.05.2006

Als eine durch Nüchternheit bestechende Biografie Konstantins des Großen würdigt Rezensent Mischa Meier dieses Werk über den ersten christlichen Kaiser, das der Althistoriker Hartwin Brandt vorgelegt hat. Die Intention des Autors sieht Meier keineswegs darin, den Mythos Konstantins zu zerstören. Aber er unterstreicht doch dessen Auffassung, wonach das Wirken dieses Kaisers erst aus der "Omnipräsenz des Religiösen" seiner Zeit angemessen zu verstehen sei. Brandt zeichne Julian dabei als einen Kaiser, der sich durch Pragmatismus, Zweckrationalismus und Machtkalkül auszeichnete und das integrative Potential des Christentums geschickt für seine Zwecke zu nutzen wusste, eine Ansicht, die Meier durchaus überzeugt. Lobend äußert er sich außerdem über die "Sachlichkeit und Klarheit" der Darstellung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2006

Uwe Walter verneigt sich vor der "professionellen Diskursivität" des Textes. In der Knappheit der Biografie von Christian Meier lauert seiner Ansicht nach jedoch die Gefahr, dem neugierigen Leser zu wenig Raum zu bieten, um mit der Spätantike "als Bedingungsrahmen" vertraut zu werden. Für Walter eine Notwendigkeit, da die vorgeschlagene Deutung Konstantins als eines christlichen Kaisers, dessen Denken und Handeln bestimmt wurde von einer Kombination aus Herrschaftswillen und christlichem Gedankengut seiner Meinung nach nur so verstanden werden kann. Anderenfalls, so Walter, könne der Kaiser "monströs" erscheinen. Warnen möchte uns Walter ferner vor dem proseminarischen Duktus des Textes, der Konfrontation mit einer schwierigen Quellenlage und der womöglich unheimlichen Begegnung mit dem analytischen Instrumentarium des Historikers.
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