Aus dem Rumänischen von Oskar Pastior. Mit einem Nachwort von Mircea Cartarescu.
Istrati nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Rumänien und den Orient der Jahrhundertwende: Stavru, der Limonadenverkäufer, einst reich und verheiratet, erzählt, wie ihn das Leben zum Bettler machte. Auf seinem Leidensweg, der ihn über Konstantinopel, Damaskus, Beirut und Kairo schließlich wieder zurück nach Braila an die Donau führt, erinnert er sich an seine schöne Schwester Kyra. Ebenso betörend wie die Mutter, die ihre ausschweifende Sinneslust teuer bezahlte, ist auch Kyras Schicksal unendlich traurig: Wird Stavru die in einen Harem verschleppte Schwester wiederfinden?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2016
Ulrich Rüdenauer freut sich über die in der "wunderbaren" Übersetzung Oskar Pastiors vorliegende Wiederveröffentlichung von Panait Istratis 1924 erschienenen Roman. Ein Welterfolg war die um 1900 im Südosten Rumäniens spielende Geschichte laut Rüdenauer zu Recht. Rüdenauer lässt sich verzaubern von einer ornamentalen, mit opulenten Bildern aufwartenden Binnenerzählung wie aus Tausendundeiner Nacht, die von Flucht, Rache und Schicksal berichtet. Istratis mäanderndes Fabulieren steuert laut Rezensent auf ein Sehnsuchtssymbol zu - die verlorene Schwester -, für Rüdenauer so etwas wie die balkanische Variante der blauen Blume.
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