Falafel, Hummus und Döner, Couscous, Dolma und Marzipan - die Köstlichkeiten des Orients haben längst auf unserem Speiseplan Einzug gehalten, und einstmals kaum erschwingliche Gewürze wie Nelken, Kardamom, Safran und Zimt gehören heute in jede besser sortierte Küche. Aber was wissen wir über die orientalischen Küchen?
Der famose Kenner Peter Heine erklärt, warum Muslime kein Schweinefleisch essen, einem Glas Rotwein aber oft nicht abgeneigt sind. Er schildert, was in den Tausendundeinen Kochtöpfen der Omayyaden, Abbasiden, Osmanen, Safawiden und Moghuln zubereitet wurde und warum Almosen zum guten Benehmen bei Tisch gehörten. Er erzählt von den großen Köchinnen und Köchen, von der Verbreitung von Gemüsen und Früchten in der orientalischen Welt und ihrer Reise nach Europa und davon, welch enormen Wirtschaftsfaktor die Herstellung von Halal-Produkten heute darstellt.
Und weil Heine auch ein leidenschaftlicher Esser ist, wird diese einzigartige Kulturgeschichte garniert mit über hundert Rezepten: alltagstauglichen der modernen Küche, klassischen etwa der Moghul-Köche und solchen, die uns die kulinarischen Genüsse des Paradieses verheißen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2017
Wolfgang Günter Lerch scheint aufzuatmen: Endlich einmal ein lustvolles Buch über den Orient. Was der emeritierte Münsteraner Islamwissenschaftler Peter Heine hier vorlegt, zeigt den Islam von überraschender Seite, freut sich der Rezensent. Mit Lust schaut Lerch sich auf den Seiten des bibliophil aufgemachten Bandes um und entdeckt Anekdoten über Meisterköche des Orients und ihre Rezepte, über alte Kochbücher und ihren historischen und kulturellen Kontext und über Rituale und Feste. Nachkochen lässt sich das auch, vor allem aber erfährt der Leser auf unterhaltsame Weise, so Lerch, dass orientalische Küche mehr ist als Döner und Falafel.
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